24.01.12

Veranstaltungen im Antifa-Cafe

In den nächsten Wochen wir es einige Veranatltungen im Rahmen des Antifa-Cafes geben. Los gehts am 2.2.2012 mit einer Buchvorstellung:

"Antifa - Geschichte und Organisierung"
In dem Buch, «Antifa – Geschichte und Organisierung», verfolgen die Autor_innen die Vorläufer, Theorien und Praktiken der linksradikalen Antifaschist_innen und erläutern konkret die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der gegenwärtigen Ausprägungen, wie Antideutsche, Antinationale oder Bewegungslinke.
Den Leser_innen bietet sich mit diesem Buch die Möglichkeit, Erkenntnisse über bereits erarbeitete und verworfene Theorien sowie Erfolge und Niederlagen der Praxis zu sammeln, was gerade für die moderne, sich im stetigen Wandel befindliche, radikale Antifa von großer Bedeutung ist.
Das Buch hilft dabei, Wissen um die eigene Geschichte zu erlangen, damit das Rad nicht immer neu erfunden werden muss. Stattdessen können die Leser_innen die Entwicklung einer gesellschaftlich wirksamen, emanzipatorischen Bewegung vorantreiben.
An diesem Abend werden zwei Autor_innen des Buches dasselbe präsentieren.


Weiter geht´s am 9.2. mit einem Video vom 28c3 Kongress. Das Video "Sachsen dreht frei" zeigt einen Vortrag von Anne Roth der sich mit den Hintergründen und Folgen der Funkzellenauswertung rund um den gescheiterten Naziaufmarsch am 19.2.1011 in Dresden befasst.


And last but not least am 15.3. gibt es den Vortrag "Entschwörungstheorien" von Daniel Kulla.
"Entschwörungstheorie" ist ein ironisches Label. Ziel ist nicht die Einheitliche Feldtheorie zur Widerlegung sämtlicher Verschwörungstheorien. Vielmehr geht es darum, das Thema für eine kritische Diskussion überhaupt zugänglich zu machen und die dafür wichtigen Fragen aufzuwerfen.
Am wichtigsten jedoch erscheint die Unterscheidung in offenes und geschlossenes bzw. ideologisches Verschwörungsdenken. Ersteres zeichnet sich durch offene Fragestellungen und die Beschäftigung mit der Realität von Verschwörungen (klandestine Machtstrukturen, Geheimdienste) aus, während zweiteres als geschlossene Ideologie daherkommt, in der die Antworten immer schon vorher feststehen, mittels derer durch Vorverurteilungen Opfer- und Feindmarkierungen vorgenommen werden und somit Brennstoff für die Politik von Ausschluß, Verfolgung und Massenmord geliefert wird.


Alle Veranstaltungen beginnen ab 20Uhr und finden im Infoladen statt.

29.11.11

Gegen die IMK und ihre Freund_innen!

Am Samstag den 3.12 wollen wir gemeinsam zur Demonstration gegen die Innenministerkonferenz in Wiesbaden fahren.
Zugtreffpunkt ist 13Uhr vor der Bahnhofshalle. Unser Zug fährt um 13.22Uhr.

Am Donnerstag dem 1.12 ist wieder offenes Antifa-Plenum, dort werden wir auch ein paar Sätze zur Demonstration sagen.

17.09.11

Vortrag in ffm: Griechische Realität

Am 27.09 findet in Frankfurt im Café Exzess aus aktuellem Anlass ein Vortrag unter dem Titel "Griechische Realität - zwischen Aufstand und nationaler Krisenbewältigung" statt.
Beginn ist 20.00 Uhr
nähere Infos gibts hier.

13.09.11

10 Jahre AK44 / 30 Jahre Infoladen Festival

Vom 16.-18. September ist es soweit:

10 Jahre AK44, 30 Jahre Infoladen Giessen. Das Programm für das Festival steht und kann hier angeschaut werden. Außerdem gibt es ein kurzes Statement zum Flyer.
Wir freuen uns aufs Wochenende und auf die nächsten Jahre.

11.06.11

Naziaufmarsch in Bergen-Enkheim

Am 18. Juni haben Nazis einen Aufmarsch in Bergen-Enkheim um 12:00 Uhr angekündigt. Wir rufen dazu auf den Aufmarsch zu verhindern.
Hierzu gibt es um 09:00 Uhr einen Treffpunkt für Antifaschist_innen an der U-Bahn-Station Enkheim.
Kommt zahlreich. Infos gibts hier

Burschentag in Giessen

Vom 17.-19.Juni 2011 findet in Giessen der Burschentag der Neuen Deutschen Burschenschaft (NDB) statt.
Als Reaktion hierauf hat sich ein Bündnis gegründet, dass mit Veranstaltungen und einer Demonstration Kritik am gesamten Korporationswesen auf die Strasse tragen wird.

DEMO 17.6., 18 Uhr, Unihauptgebäde
Infostand 18.6. ab 12 Uhr an den 3 Schwätzern


Wir unterstützen die Aktionen gegen den Burschentag und rufen alle dazu auf am 17.06 nach Giessen zu kommen.

Den Aufruf und weitere Informationen gibt es hier

23.05.11

Innenministerkonferenz in Frankfurt auflösen

Am 22. Juni findet in Frankfurt am Main die Innenministerkonferenz 2011 statt, an der die Innenminister aller Bundesländer teilnehmen.
Als Reaktion auf die Konferenz, die immer wieder die Kriminalisierung sozialer Kämpfe vorantreibt, hat sich ein Bündnis in Frankfurt gegründet.
Am 22. Juni veranstaltet das Bündnis eine Demonstration. Beginn ist um 18.00 Uhr an der Hauptwache.

Den Aufruf und aktuelle Infos gibts hier

Zugabfahrt aus Giessen ist um 16:54 auf Gleis 4.

03.05.11

die alltägliche revolution

- Wochenende zu linksradikaler Praxis und Utopie –

Ist es linksradikal sich vegan zu ernähren, bringt Fair-Trade den Kommunismus voran, schmeckt Bier in einer Kollektivkneipe wirklich besser oder gibt es doch kein richtiges Leben im Falschen?
Vom 6. bis 8. Mai veranstalten wir, das Bündnis antifaschistischer Gruppen Hessen (BASH), ein Wochenende zu linksradikaler Praxis und Utopie.

Das Wochenende wird in Giessen stattfinden. Nähere Infos und die Anmeldung gibt es hier

09.04.11

Giessen bleibt Nazifrei!


Das Bündnis gegen Rechts Giessen (BgR) und das Bündnis Giessener Antifaschist_innen haben in Hinblick auf den geplanten Naziaufmarsch in Gießen am 16. Juli 2011 das Bündnis "Giessen bleibt Nazifrei" ins Leben gerufen.
Ziel soll es sein, den Aufmarsch zu verhindern.
Im Folgenden der Aufruf:
Gießen bleibt Nazifrei! – Neonaziaufmarsch blockieren

Am 16. Juli 2011 will die hessische NPD gemeinsam mit den Jungen Nationaldemokraten (JN), unterstützt von „Freien Kräften“, eine Demonstration unter dem Motto „Das System ist am Ende – Wir sind die Wende“ in Gießen durchführen. Wir werden uns diesem Aufmarsch mit Massenblockaden entgegenstellen.

Erfolglos versucht die NPD seit mehreren Jahren in Gießen Fuß zu fassen. Mit der Organisation der Demonstration in Kooperation mit den „Freien Kräften“ zielt die NPD darauf ab, lokale Strukturen zu stärken und zu reorganisieren. Allein das Gelingen der Demonstration wäre bereits ein großer Erfolg für die NPD. Ihr letzter großer Aufmarschversuch, parallel zu einem unter massivem Polizeischutz abgehaltenen Landesparteitag in Gießen, liegt rund 40 Jahre zurück und wurde im Oktober 1971 von couragierten GießenerInnen verhindert. Seither gelang es keiner Neonazigruppierung ungestört Veranstaltungen im Gießener Stadtgebiet abzuhalten. Welche Folgen hingegen das Gelingen einer Neonazidemonstration haben kann, zeigt das Beispiel Wetzlar: Nachdem dort im Oktober 2008 rund 350 Neonazis nahezu ungehindert marschieren konnten, folgte eine massive Stärkung der rechten Szene in und um Wetzlar. Einige junge TeilnehmerInnen, die auf dieser Demonstration erstmals offen in Erscheinung traten, verübten schließlich im März 2010 einen Brandaschlag auf das Haus eines Pastoralreferenten, der sich im Wetzlarer ‚Bündnis gegen Nazis‘ engagiert.
Darüber hinaus sind wir grundsätzlich der Meinung, dass die Selbstdarstellung von extrem rechten Gruppierungen und das damit verbundene Verbreiten ihrer menschenverachtenden Ideologien im öffentlichen Raum verhindert werden muss. Aufmärsche von extremen Rechten jeglicher Ausprägung empfinden wir als einen Angriff auf die Freiheit und das Leben.

Wie es in anderen Städten vorgemacht wurde, wollen wir auch in Gießen gemeinsam den Raum des symbolischen Einspruchs verlassen und den Protest gegen den Neonaziaufmarsch in breiten Massenblockaden auf die Straße tragen. Dass sich mit solchen Massenblockaden effektiv rechte Aufmärsche verhindern lassen, haben mehrere tausend Menschen in Friedberg und jüngst in Dresden gezeigt. Die erfolgreiche Verhinderung erfordert einen Rückgriff auf Mittel des zivilen Ungehorsams und die Beteiligung vieler couragierter Menschen. Wir rufen daher alle Gießenerinnen und Gießener sowie andere engagierte Menschen dazu auf, sich an den gewaltfreien Blockaden in Gießen zu beteiligen, um den Neonazis zu zeigen, dass ihre Sichtweisen weit außerhalb des tolerierbaren Meinungsspektrums liegen.

Solidarisch erklären wir uns mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Neonaziaufmarsch zu verhindern, so auch mit dem Bündnis „Gießen bleibt bunt“. Wir streben ein breites Bündnis an, das von vielen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen getragen wird.

Konsens des Bündnisses Gießen bleibt Nazifrei:
- Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Neonaziaufmarsch.
- Von uns wird keine Eskalation ausgehen.
- Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Neonaziaufmarsch zu verhindern.

Nähere Infos und Updates gibt es es hier

04.04.11

Vortrags- und Diskussionsreihe

Zwischen Vorurteil und Ressentiment

Zum Verhältnis von Antisemitismus, Rassismus und 'Islamophobie'

In der Debatte über den Islam und die Feindschaft gegen Muslime sind gesellschaftskritische Positionen kaum zu finden. Während rechtspopulistische Parteien sich mit der Agitation gegen Muslime als Bedrohung der wahlweise Heimat, Leitkultur oder des Abendlandes in Europa etabliert haben, bleibt das Verständnis für deren Erfolg unzureichend. Mit Blick auf die Äußerung von Wolfgang Benz – seines Zeichens Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung – die Wut der neuen Muslimfeinde gleiche dem alten Hass der AntisemitInnen offenbart sich ein fundamentales Unverständnis über das Verhältnis von Ressentiment und Gesellschaft. Dieses Verhältnis zu erhellen ist Ziel der Vortragsreihe.


Termine: 20.04.|27.04.|04.05.

Ort: Alte UB|Raum2

Bismarckstraße 37 | Haltestelle Liebigschule

Zeit: 18 Uhr


20.4.2011 Antisemitismus und Islamophobie.

Juliane Wagner. Politikwissenschaftlerin/Leipzig

Der Vortrag wird der Frage nachgehen, welche theoretischen Annahmen den Begriffen Antisemitismus und Islamophobie am Zentrum für Antisemitismusforschung zugrunde liegen. Es soll überprüft werden ob es im Rahmen der Vorurteilsforschung des ZfA möglich ist, die wesentlichen Inhalte, Strukturmerkmale und Spezifika der beiden Phänomene zu erfassen. Im Ergebnis soll deutlich werden, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Parallelen der beiden Ressentiments auf ein unzureichendes Begriffsverständnis zurückzuführen ist.


27.04.2011 Rassismus und antimuslimisches Ressentiment.

Floris Biskamp. Politikwissenschaftler/Giessen

Zuletzt ist es in Mode gekommen das Ressentiment gegen den Islam nicht mehr als „Islamophobie“, sondern als „antimuslimischer Rassismus“ zu bezeichnen. Obwohl es keinen Grund gibt, ersterem Begriff hinterher zutrauen, ist auch letzterer problematisch. Denn kaum ein Ausdruck ist stärker mit Bedeutungen und Assoziationen überladen als der des Rassismus. Im Vortrag wird es darum gehen einen brauchbaren Begriff des Rassismus herauszuarbeiten und dann sein Verhältnis zum

heutigen Ressentiment gegen den Islam zu diskutieren.


04.05.2011 Kritikphobie. Eine Debatte auf Holzwegen.

Lothar Galow-Bergemann. Publizist/Stuttgart

Die „Islam-Debatte“ ist geprägt von Essentialisierungen, die oft mehr über die Debattierenden selbst als über ihren vermeintlichen Gegenstand aussagen. Wo es um Menschen gehen sollte, wird eine Religion abwechselnd unter faktisches Kritikverbot gestellt oder zur Inkarnation des Bösen phantasiert. Anstatt Licht ins Dickicht von Religion, religiösem Fundamentalismus und Ressentiment zu bringen, werden kulturrelativistische wie kulturalistische Bedürfnislagen bedient.

Antimuslimische Ressentiments grassieren zeitgleich mit Blindheit gegenüber islamistischem Wahn. Welche Holzwege sind zu verlassen, um beidem überzeugend entgegentreten zu können?

22.02.11

Veranstaltung im Antifa-Cafe

Am 24.02.11 findet um 20Uhr im Infoladen Giessen eine Mobilisierungsveranstaltung für die Demonstration "Heraus zum 100. Frauenkampftag! My Body My Choice reloaded!" in Marburg statt.

18.02.11

Demonstration am 8.März in Marburg

Heraus zum 100. Frauenkampftag! My Body My Choice reloaded!
Wir unterstützen die Demonstration zum 100. Frauenkampftag in Marburg.
Aufruf und Mobilisierungsseite gibts hier.
08.03.11 18Uhr Marburg, Elisabeth-Blochmann Platz

NPD Demonstration in Gießen

Um die Gegenaktivitäten zum Naziaufmarsch in Gießen zu organisieren hat sich ein Bündnis gegründet, indem auch wir vertreten sind.
Hier die erste Pressemitteilung:


Neonazi-Demonstration am 16. Juli in Gießen - Keinen Meter den Rechten!

Bereits mehrfach berichteten lokale Zeitungen über die geplante "bundesweite" Demonstration der NPD. Im Vorfeld des Kommunalwahlkampfes der extrem rechten Partei versucht sie damit so genannte "Freie Kräfte" zu mobilisieren. Sollten Rechte am 16. Juli in Gießen demonstrieren, werden wir versuchen dies mit allen Mitteln zu verhindern.

Die Neonazi-Demonstration am 16. Juli 2011 unter dem Motto "Das System ist am Ende, wir sind die Wende" will die hessische NPD gemeinsam mit den Jungen Nationaldemokraten (JN) durchführen. In Hessen besitzt die NPD, und mehr noch die JN, zahlreiche Kontakte zu den so genannten "Freien Kräften", die die Demonstration ausdrücklich unterstützen. Gemeint sind damit parteiunabhängige organisierte extreme Rechte, die sich in "Kameradschaften" oder als "Autonome Nationalisten" organisieren. Bei Wahlen fällt es der NPD meist schwer, dieses Klientel an die Wahlurnen zu locken. Bei Demonstrationen hingegen gelingt es der hessischen NPD immer wieder parteiunabhängige Rechte zu mobilisieren. Die Anmeldung der NPD-Demonstration in der Gießener Innenstadt muss vor diesem Hintergrund betrachtet werden.
Das Motto der Demonstration ist letztlich austauschbar, worauf auch der "Aufruf", der kaum mehr als vier Zeilen umfasst, hindeutet. Für eine vermeintlich systemkritische Demonstration ist das verhältnismäßig kleine Gießen offenkundig verfehlt. Vielmehr scheint es, als wolle die NPD den "Freien Kräften" etwas bieten, indem man eine Demonstration in Gießen anmeldet. Denn bei extremen Rechten gilt Gießen seit langem als "Antifa-Hochburg". Gießen ist für sie ein schwieriges Pflaster und man fürchtet die große linke Szene. So wird die geplante NPD-Demonstration eine Vielzahl von erlebnisorientierten, gewaltbereiten extremen Rechten anlocken, die es schon immer mal den Gießener Linken zeigen wollten. Sich dessen bewusst will die NPD mit dieser "Großdemonstration" in Gießen ein Event für die "Freien Kräften" organisieren, um diese für die kurz vorher stattfindende Kommunalwahl zu aktivieren.
Auch wenn es in Gießen starke zivilgesellschaftliche Kräfte gibt, die sich dem Neonaziaufmarsch entgegenstellen, kann sich die Stadt nicht aus der Verantwortung ziehen. Unabhängig von der Erfolgsaussicht erwarten wir, dass die Stadt Gießen den Neonazi-Aufmarsch verbietet. Auch ein später gerichtlich gekipptes Verbot ist eine symbolische Geste und wenn es die Kommunalwahl übersteht, lässt es eventuell die Naziträume platzen.
Für uns gibt es am 16. Juli nur ein Ziel: den Neonaziaufmarsch verhindern. In jüngerer Zeit gab es unterschiedliche extrem rechte Vorfälle in Gießen und in der Umgebung. Unter anderem wurde das alternative Kulturzentrum im Alten Wetzlarer Weg mit Farbeiern beworfen und mit einem Hakenkreuz beschmiert. Eine Moschee in der Marburger Straße wurde ebenfalls mit einem großen Hakenkreuz verunstaltet und in Wetzlar wurde ein Brandanschlag auf einen Pastoralreferenten verübt, der sich gegen die extreme Rechte engagiert. Die später verurteilten Neonazis gaben an, auch das Kulturzentrum ‚AK44‘ in Gießen zum Ziel gehabt zu haben. Die geplante Neonazidemonstration in Gießen setzt dem Ganzen die Krone auf. Wir werden alles daran setzen diesen zu einem Desaster für die Nazis zu machen. Der Pressesprecher der Antifa R4, einer der beteiligten Gruppen, Manfred Pfister, bringt es treffend auf den Punkt: "Wenn Nazis glauben, ohne Konsequenzen in Gießen aufmarschieren zu können, haben sie sich geschnitten!"

Bündnis Gießener AntifaschistInnen

03.02.11

Liebig 14 Räumung - Spontandemos

In Berlin-Friedrichshain wurde am 02.02.11 das besetzte Haus Liebig 14 gewaltsam durch die Polizei geräumt.
Die Liebig 14 diente über 20 Jahre als Raum für alternative Lebensentwürfe und politische Praxis.
In vielen Städten wie Hamburg, Kopenhagen oder Köln fanden Solidaritätsdemonstrationen für die Liebig 14 statt. So auch in Giessen.
Hier versammelten sich am Mittwochabend knapp 80 Personen um ihre Wut über die Räumung auf die Straße zu tragen.
Einen Bericht zur Demonstration gibt es hier:
Hier

Linke Freiräume erkämpfen und verteidigen - In Berlin, Gießen und überall

22.01.11

Infoveranstaltung zu Dresden

Im AK44 findet am 25.01.2011 ab 18 Uhr eine Infoveranstaltung zum Naziaufmarsch in Dresden am 19. Februar statt.
Dort kann sich auch für den Bus nach Dresden angemeldet werden.
Infos gibts hier

14.01.11

Gegen Nazis, Rechtspopulismus und Fundamentalismus – den antifaschistischen Widerstand organisieren – turn left!

Am Samstag, den 22.01.2011, findet in Offenbach eine linksradikale Demo gegen Nazis, Rechtspopulismus und Fundamentalismus statt.
Beginn ist um 15 Uhr am Marktplatz in Offenbach.
Zugtreffpunkt für Giessen: 13.53 Uhr, Gleis 3
Im Folgenden der Aufruf:

Gegen Nazis, Rechtspopulismus und Fundamentalismus – den antifaschistischen Widerstand organisieren – turn left!

Nazis

Spätestens seit dem Naziaufmarsch, den die hessische NPD im Dezember 2007 in Offenbach durchführte, sind die bereits vorher existenten Nazi-Strukturen nicht mehr zu leugnen. Stadtteile wie Bürgel sind geprägt von Nazi-Stickern und faschistischen Schmierereien. Klamottenmarken aus dem neonazistischen Spektrum wie »Consdaple« und »Thor Steinar« werden selbstbewusst zur Schau gestellt und in der Öffentlichkeit getragen. Während Fußballspielen der Kickers Offenbach treten Neonazis offen auf; rassistische und antisemitische Pöbeleien sind im Fan-Block an der Tagesordnung. Das mittlerweile geschlossene Bekleidungsgeschäft »Wayward Streetwear«, dessen Inhaber in den 90er Jahren ein Geschäft für CDs mit nationalsozialistischen Inhalten betrieb, hatte bis zuletzt nicht nur »Thor Steinar« im Sortiment, sondern bot auf Nachfrage unter der Ladentheke auch verbotene T-Shirts an. Im Sommer letzten Jahres wurde ein vermeintlicher Antifaschist von drei Neonazis aus dem Umfeld der so genannten »Autonomen Nationalisten« wegen seiner politischen Gesinnung angegriffen und verletzt. Das alles macht vor allem eines deutlich: Die Neoanzis fühlen sich in Offenbach wohl und haben kaum mit Widerspruch oder Gegenwehr innerhalb der Bevölkerung zu rechnen. Während in benachbarten Städten eine mehr oder weniger mobilisierungsfähige Linke existiert, sehen sich die Offenbacher Neonazis bei ihren öffentlichen Auftritten wohl eher selten mit direktem antifaschistischen Widerstand konfrontiert. Es ist daher kaum verwunderlich, dass sich die FaschistInnen in Offenbach und Umgebung sicher fühlen und durch die Verwendung einschlägiger Nazi-Symbole offen ihre Weltanschauung propagieren.

FundamentalistInnen

Wer durch die Straßen Offenbachs geht, sieht allerdings neben Nazi-Aufklebern auch häufig Sprühereien der Grauen Wölfe. »Bozkurt«, die drei Halbmonde oder »MHP« sind Symbole, die für eine Mischung aus nationalistischer und islamistischer Ideologie der türkischen FaschistInnen stehen. Die Häufigkeit der Symbole in Offenbach zeigt, dass rechtsradikale Positionen auch bei Teilen der Migrant_innen auf Zustimmung stoßen. Die Grauen Wölfe arbeiten dabei immer wieder mit deutschen Nazis zusammen, und sehen sich als Verbündete in nationalistischer und rassistischer Politik. Die ideologische Verbindung dieser türkischen FaschistInnen mit deutschen Nazis demonstrierte der damalige Frankfurter NPD-Kreisvorsitzende Jörg Krebs anschaulich, als er im Dezember 2007 kurdische Gegendemonstrant_innen beim NPD-Aufmarsch in Offenbach mit dem so genannten »Graue-Wölfe-Gruß« provozierte. Im selben Jahr warb er außerdem mit einem Plädoyer, welches er auf der rechtsradikalen Plattform »Altermedia« publizierte, für eine engere Zusammenarbeit deutscher Neonazis mit türkischen FaschistInnen aus den Reihen der »MHP« und der »Grauen Wölfe«.

Islamistische Positionen finden sich nicht nur bei den Grauen Wölfen. Offenbar stoßen sie auch sonst in Offenbach auf Zustimmung, wie eine Veranstaltung des islamistischen Fundamentalisten Pierre Vogel und seiner Organisation »Einladung zum Paradies« im Oktober 2010 auf dem Marktplatz Offenbach zeigte. Über 400 vorrangig Jugendliche jubelten Vogel zu, als dieser in einfacher Schwarz-Weiß-Sicht die Welt in den »bösen Westen« einerseits, und die unterdrückten Muslime andererseits unterteilte. Auch die Mitglieder einer Offenbacher Jugendgruppe der islamistischen Organisation Millî Görüş waren unter den Teilnehmenden. Es handelt sich hier nicht einfach um kritikwürdige religiöse Ideologie. Islamistische FundamentalistInnen laden die religiöse Identität von Muslimen und Muslima politisch auf, und instrumentalisieren diese für ihre reaktionäre und menschenverachtende politische Agenda. Antisemitismus, sexistische Rollenzuschreibungen, Homophobie und ein autoritäres Weltbild werden als Elemente einer »göttlichen, reinen Lehre« propagiert, welche die ökonomischen, sozialen und politischen Probleme der bestehenden Gesellschaft aufzulösen verspricht und das Paradies als Erlösung anbietet.

RechtspopulistInnen

Für RechtspopulistInnen wie die »Freien Wähler« um Wolfgang Hübner in Frankfurt und die »Pro«-Bewegungen bundesweit ist die zunehmende Popularität islamistischer FundamentalistInnen Wasser auf die Mühlen. Sie sehen darin ihre Ängste vor »Überfremdung« bestätigt und die »eigene« Kultur in Gefahr. Die vermeintliche Bedrohung des »christlichen Abendlandes« durch die islamische Kultur übergeht wissentlich den entscheidenden Unterschied zwischen dem Islam als Religion einerseits, und dem Projekt des Islamismus als politische reaktionäre Bewegung, die weltweit die Abschaffung demokratischer Rechte und die Einführung der Schari‘a fordert, andererseits. Der aktuelle Diskurs um Zuwanderung und Integration zeigt, wie mehrheitsfähig solche Positionen sind. Thilo Sarrazin wird als »Tabubrecher« gefeiert, ständig wird betont, er spreche nur aus, was viele denken. Der Rechtspopulismus hat also Konjunktur in Deutschland. Nationalistische und rassistische Positionen sind in der Bevölkerung keine Ausnahmeerscheinung oder ein allzu gern beschworenes Phänomen der extremen Rechten, sondern treffen auch in der selbst ernannten »Mitte« der Gesellschaft ständig auf Zustimmung. Und genau hier sollte eine antifaschistische Kritik ansetzen: Nicht erst die Neonazis sind das Problem, sondern bereits die in weiten Teilen der Gesellschaft akzeptierten reaktionären Positionen. Zwar üben sich viele Bürger_innen in Lippenbekenntnissen gegen Rechtsradikalismus – diese Abgrenzung dient allerdings häufig nur dazu, die eigene Meinung zu rechtfertigen. Wer Neonazis offiziell verurteilt, der kann getrost rassistische Ressentiments verbreiten – schließlich sind aufkommende Vorwürfe durch die Distanzierung zum Neonazismus angeblich bereits im Vorfeld aus dem Weg geräumt.

Ängste vor kapitalistischer Krise und sozialem Kahlschlag führen nur allzu oft zur Flucht in ideologische Sackgassen. Nicht die aus den ökonomischen Verhältnissen resultierenden Widersprüche, Konkurrenzzwang und Lohnarbeit werden als Problem empfunden, sondern vermeintlich »Fremde«, die das Land »überschwemmen«. Aus der Angst, äußere oder innere Einflüsse könnten dem eigenen, konstruierten Kollektiv, sei es das »Volk«, die »Nation« oder die »Rasse«, schaden oder gar etwas wegnehmen, entwickelt sich eine klare Abgrenzung nach Außen und die restriktive Disziplinierung im Inneren. Wie kompatibel diese Positionen mit einem biologistischen Rassismus der Nazis sind, wird wiederum anhand Sarrazin deutlich, der mit seinen Thesen zu »zurückgebliebenen« Migrant_innen und Arbeitslosen biologische statt sozialer und ökonomischer Ursachen für gesellschaftliche Konflikte verantwortlich macht.

Reaktionäre Angebote

Bei allen Unterschieden und Unvereinbarkeiten dieser verschiedenen reaktionären bis offen rechtsradikalen Angebote existiert eine entscheidende Gemeinsamkeit: die Lösungsvorschläge für gesellschaftliche Probleme basieren auf menschenverachtenden Ideologien. Rechte, personalisierende Kapitalismuskritik mit antisemitischem Touch findet sich bei allen genannten Bewegungen. Und statt die bürgerliche Gesellschaft und mit ihr den Kapitalismus im emanzipatorischen Sinne zu einer freieren und gerechteren Gesellschaft hin überwinden zu wollen, fordern reaktionäre Antworten den Rückfall hinter die bestehenden Verhältnisse. Geschichte, und damit auch soziale Verhältnisse, werden nicht als machbar und veränderbar wahrgenommen. Stattdessen vertreten Reaktionäre ein ideologisches Weltbild, in dem personale Abhängigkeit, religiöser Wahn, homogenes Zwangskollektiv und Hass auf »Fremde« oder »Andere« entscheidend sind.

Reaktionäre Tendenzen stellen nicht erst ein Problem dar, wenn sie gesamtgesellschaftliche Relevanz erreichen. Anders als in einigen Ländern Osteuropas, allen voran Ungarn, ziehen keine faschistischen Garden durch Offenbach, und auch rechtspopulistische Parteien konnten in Deutschland bisher keine großen Wahlerfolge verbuchen. Dennoch, wie die aktuelle »Integrationsdebatte« zeigt, sind Elemente reaktionärer Ideologien durchaus mehrheitsfähig. Identitätsangebote von Nazis, RechtspopulistInnen und FundamentalistInnen werden von Menschen, die sich von der Gesellschaft verraten und benachteiligt oder in ihren gesellschaftlichen Positionen bedroht fühlen, dankend angenommen und reproduziert. Folge ist die Koexistenz verschiedener rechter Lebenswelten, die sich – wie in Offenbach zu sehen – nicht sonderlich in die Quere kommen, und häufig mit Stimmungen der bürgerlichen Mehrheitsgesellschaft kompatibel sind. Trotz großer Widersprüche innerhalb und zwischen den Lagern entsteht so ein gesellschaftliches Klima des rechten Konsens, in dem emanzipatorische Positionen selten zu finden sind. Darüber hinaus tragen Anhänger reaktionärer und rechtsradikaler Ideologien deren strukturelle Gewalt nach außen und stellen damit eine reale Bedrohung und Gefahr für Leib und Leben Andersdenkender dar.

Geht mit uns am 22. Januar in Offenbach auf die Straße!

Gegen Nazis, Rechtspopulismus und Fundamentalismus – den antifaschistischen Widerstand organisieren – turn left!

Antifa-Demo | 22.01.2011 | 15 Uhr | Offenbach Marktplatz | offenbach.blogsport.de

antifa [ko] & autonome antifa [f]

07.01.11

Info- und Mobilisierungsveranstaltung

Am Donerstag, den 13.01 ab 20 Uhr findet am AK44 eine Info- und Mobilisierungsveranstaltung zur linksradikalen Demo in Offenbach am 22.01 statt.

Den Aufruf zur Demo und weitere Infos gibts hier

05.12.10

Erinnerungspolitik in Giessen

Pünktlich zum Jahrestag der Bombardierung Giessens durch die Alliierten am 6. Dezember und den damit immer wieder verbundenen Relativierungen, in Bezug auf die Opfer des Zweiten Weltkrieges, haben wir einen Text zur Erinnerungspolitik in Giessen verfasst.

Hier gibt es den Text zum Nachlesen sowie aktuelle Infos rund um das Thema.

19.11.10

Antifa-Soli-90er-Party

Am Samstag, den 04.12. findet die berühmt-berüchtigte Antifa-Soli-90er-Party statt.
Ab 21.30 Uhr gehts im AK44 los.

Kino im Antifa Café

"Kampf der Welten! Chaostage 1995" dokumentiert die bis jetzt letzte Jugendrevolte in Deutschland und kann vielleicht ebenso Anregung für die Zukunft sein.

Also: Am Donnerstag, den 02.12.10 ab 20.00 Uhr ins AK kommen und Anregungen sammeln, denn:
So wie es ist bleibt es nicht

Treffpunkt von Neonazis aus Siegen, Lahn-Dill-Kreis und Westerwald aufgeflogen

Zum Nachlesen:

http://www.derwesten.de/staedte/siegen/Vermieter-setzt-NPD-in-Burbach-vor-die-Tuer-id3935993.html

http://www.derwesten.de/staedte/siegen/Burbach-soll-Treffpunkt-fuer-Neonazis-sein-id3924117.html

AKuBIZ

Wir Unterstützen, wie auch AK44 und Infoladen Giessen, die Entscheidung des AKuBIZ e.V. den Sächsischen Demokratiepreis abzulehnen.
Weiterhin sprechen auch wir uns klar gegen jeden Extremismusbegriff aus.

Statement des AK44/Infoladen Giessen hier

Erklärung des AKuBIZ hier

zum Weitelesen sei außerdem dieser offene Brief der INEX empfohlen

08.11.10

Mahngang am 09.11

Auch in diesem Jahr wird in Gießen ein Mahngang zur Reichspogromnacht stattfinden. Das aufrufende Giessener Bündniss gegen Rechts schreibt in seinem Aufruf:
"Am Dienstag, den 09. November findet in Gießen ein Mahngang zur Erinnerung an die Reichspogromnacht von 1938 statt.

Am Morgen des 10. November 1938 wurden in Gießen, wie in vielen anderen Städten und Gemeinden in Deutschland, Synagogen, jüdische Geschäfte und Häuser von Nazis und ihren Anhängern niedergebrannt. Menschen wurden geschlagen, gejagt und ermordet. Die Bevölkerung sah weg oder klatschte Beifall und beteiligte sich an den Pogromen. Dieses dreitägige Pogrom, das von den Nazis zynisch Reichskristallnacht genannt wurde, war ein wichtiger Schritt zur Festigung der Macht der Faschisten.

Die von den Nazis von langer Hand vorbereitete Aktion hatte zwei Ziele. Die ökonomische Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung und die Einschüchterung von möglicher Opposition. Da Widerstand gegen dieses verbrecherische Vorgehen ausblieb, erwies sich dieses Pogrom als ein wesentlicher Schritt zur Festigung der faschistischen Diktatur. Es folgte der 2. Weltkrieg mit über 50 Millionen Toten und der Holocaust, die industrielle Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas.

Wir rufen auf am 09. November 2010 auf die Straße zu gehen. Wir wollen den Opfern der Pogrome und des Holocaust gedenken und unsere Stimme gegen Neofaschismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit erheben.

DIENSTAG, 09.11.2010 um 18.00 UHR
Berliner Platz vor dem neuen Rathaus."

25.10.10

Aktionen gegen den Convent deutscher Korporationsverbände (CDK)

Im November soll in Frankfurt der Convent deutscher Korporationsverbände (CDK)stattfinden.
Wir unterstützen die Proteste gegen den CDK und rufen dazu auf, sich an folgenden Aktionen zu beteiligen:

28. Oktober // 17:00 // Rathaus-Südbau // Sitzungssaal 310
Antrag auf Ausladung des CDA/CDK

05. November // 15:30 // Römer
Kundgebung & Aktionen

06. November // 11:00 // Kundgebung vor dem Darmstädter Hof in Nieder-Eschbach statt vorm Römer
--Aus Gießen bietet sich der Zug um 9.22 Uhr an um pünklich zum Zugtreffpunkt in ffm zu kommen--



06. November // 17:00 // Luisenplatz (Darmstadt)
Kundgebung und Demo gegen den „Rhein-Main-Kommers“

Aufruf des Aktionsbündnisses:


Der Reaktion ins Bier spucken. Verbindungen auflösen. Für ein selbstbestimmtes Leben.

Vom 5.-7. November 2010 richten der Convent deutscher Korporationsverbände (CDK), in dem Verbindungsstudenten organisiert und der Convent deutscher Akademikerverbände (CDA), in dem Alte Herren organisiert sind, ihre Herbstconvente und den 10. Akademikertag in Frankfurt am Main aus. Die Stadt Frankfurt sieht kein Problem darin, den reaktionären Kräften vom CDA/CDK zum Empfang in den Römer zu laden. An diesem Wochenende und darüber hinaus wollen wir der Organisierung und Zelebrierung antiemanzipatorischer Einstellungen und Handlungen entschieden entgegen treten!

Der CDA ist der größte bundesdeutsche Zusammenschluss von Dachverbänden der Altherrenschaften. Er versteht sich als Arbeitsgemeinschaft, in der 13 Verbände mit ca. 500 Altherrenschaften mit rund 40.000 akademischen Mitgliedern organisiert sind. Der CDK ist das verbindungsstudentische Pendant dazu.

Die so genannte Mitte der Gesellschaft stößt sich zumeist nur am „rechten Rand“ des Verbindungswesens. Burschenschaften stehen schon seit ihrer Gründung 1815 für völkischen Nationalismus unter dem Motto „Ehre, Freiheit, Vaterland“. Auch Antisemitismus und Rassismus gehörten schon zu dieser Zeit zum geistigen Repertoire der Verbindungsstudenten. 1920 nahm die Deutsche Burschenschaft (DB), mit den „Eisenacher Beschlüssen“ das Rassengesetz der Nationalsozialisten vorweg. Sie war aktiver Wegbereiter des Nationalsozialismus und keineswegs Opfer, wie es gerne von Verbindungsseite behauptet wird. Auch heute darf nicht übersehen werden, dass sich gerade in der im CDK organisierten DB Kräfte befinden, die offen neonazistisches Gedankengut teilen. So strebt zum Beispiel die darin organisierte ‚Burschenschaftliche Gemeinschaft‘ eine Revision der Grenzen der BRD an. Die Einverleibung von Teilen Polens ist erklärtes Ziel. Manche ihrer Mitgliedsverbände laden zudem des öfteren Holocaustleugner, Geschichtsrevisionisten, sowie NPD-Mitglieder zu Vorträgen ein. Doch nicht nur das gilt es an Verbindungen zu kritisieren:

Lebensbund & Sexismus

Allen Verbindungen gemeinsam ist das Lebensbundprinzip. Ein freiwilliger Austritt ist also nicht vorgesehen, vielmehr müssen sich die einzelnen Mitglieder dauerhaft den jeweiligen Prinzipien der Korporation verpflichten. Lebensbundprinzip und verbindungsstudentischer Habitus stehen für Autoritätsfixierung und unhinterfragten Gehorsam. Dem neuen Mitglied („Fuchs“) werden Tradition, Werte und Regelwerk einer Verbindung und eines Dachverbandes anerzogen, eine Erziehung zur Unmündigkeit. So berichtet ein ehemaliger Verbindungsstudent: “Befehl und Gehorsam, dafür Anerkennung durch die Gemeinschaft, ist der Grundgedanke des korporierten Zwangssystems, dem sich der Korporierte zu fügen hat und den er ohne zu hinterfragen verinnerlichen muss.”

Auch die geringe Anzahl an Korporationen, die sich für Frauen geöffnet und die Damenverbindungen, die sich gegründet haben, bleiben der Logik des Verbindungswesens verhaftet. Vorherrschend in korporierten Kreisen ist weiterhin ein traditionell konservatives, antifeministisches und somit antiemanzipatorisches Weltbild. Selbstverständlich gibt es in diesem binären System der Geschlechtlichkeit keinen Platz für Menschen, die diesen Rollenbildern nicht entsprechen können oder wollen oder einen anderen Lebensentwurf haben.

Elite & Nation

Bis heute erheben Studentenverbindungen den Anspruch, die gesellschaftliche Elite zu bilden. Ihnen falle die Aufgabe und Verpflichtung zu, wertebewusst Verantwortung in Führungspositionen zu übernehmen. Zentral für den Elitegedanken, der ein grundlegendes Element verbindungsstudentischen Denkens darstellt, ist die Idee, dass Menschen aufgrund bestimmter biologisierter oder sozialer “Voraussetzungen”, sowie eines von ihnen getragenen Wertesystems dazu bestimmt sind, die Gesellschaft in politischer und ökonomischer Hinsicht zu lenken. Solche Werte sind beispielsweise Mut, Disziplin, Geradlinigkeit, Traditionsbewusstsein, Vaterlandsliebe, Treue, Ehrenhaftigkeit, Pflichtbewusstsein oder Familie. „Gerade in Zeiten großer Herausforderungen wächst allgemein ein tiefes Bedürfnis nach Führung, nach Orientierung. Wer soll denn den Standort Deutschland für für die Zukunft machen, wenn nicht seine Eliten?“ Mit dieser Einschätzung liegt E. von Kuenheim, Alter Herr der Teutonia und BMW Vorstandsvorsitzender bis 1993, im bundesdeutschen Trend. Der Ruf nach Eliten, die die leitende Verantwortung übernehmen, wird lauter, gezielte Elitenförderung, realisiert unter anderem durch Exzellenzinitiativen an Unis oder der enormen Erhöhung einkommensunabhängiger Stipendien, trägt ihren Teil zu einer Verfestigung der Durchhierarchisierung der Gesellschaft bei.

Der autoritären und von Herrschaftsmechanismen durchzogenen, sexistischen Lebenswelt der Verbindungen wollen wir am 6. November einen gehörigen Schmiss verpassen und die Utopie einer befreiten Gesellschaft entgegensetzen, in der die freie Entwicklung des Einzelnen die Voraussetzung für die freie Entwicklung aller ist.

In diesem Sinne: Den Burschen ins Bier spucken, Verbindungen kappen!

Noch mehr Infos und Neuigkeiten gibts außerdem hier

30.09.10

Demo gegen hessischen Unternehmertag 2010


Am 26.10.10 soll in Wiesbaden der "hessische Unternehmertag" stattfinden. Dies wird zum Anlass genommen eine linksradikale Demo unter dem Motto: "Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Standortkonkurrenz – Die Krise heißt Kapitalismus!" zu veranstalten.

Den gesamten Aufruf gibts hier

Zugtreffpunkt für Giessen: 16.50 Uhr am Hauptbahnhof

17.09.10

Hitlers afrikanische Opfer: Die Massaker der Wehrmacht an schwarzen französischen Soldaten

Am 30.09 um 19 Uhr findet im Margarete-Biber-Saal ein Lesevortrag über den Westfeldzug der Wehrmacht statt:

"Der Autor Raffel Scheck arbeitet mit seiner Untersuchung ein Kapitel der Wehmacht auf, welches bisher, als das des “sauberen Westfeldzuges“ deklariert wurde. Er zeigt, dass diese Legende nicht mehr länger haltbar ist. Anhand des Schicksals schwarzer französischer Soldaten zeigt er auf, dass es sich dabei um eine nicht länger haltbare Legende handelt.

Im Mai und Juni 1940 verübte die Wehrmacht Massaker an schwarzen Soldaten und Kriegsgefangenen, die in der französischen Armee gekämpft hatten. Während des Feldzuges wurden mehrere tausend schwarze Gefangene ermordet.

Der Autor stellt diese Massaker in eine Kontinuitätslinie mit der Brutalisierung der deutschen Kriegsführung seit den Kolonialkriegen gegen die Hereros und den Maji-Maji-Aufstand. Darüber hinaus belegt er mit seiner Untersuchung, die fortgeschrittene Nazifizierung der Truppen und analysiert die deutsche Propaganda gegen die sog. »Schwarze Schmach«, als welche die Stationierung der Kolonialtruppen während der Rheinlandbesetzung dargestellt wurde."

03.09.10

kollektiver Freudentaumel in Bremen

Vom 1. bis 3. Oktober will sich die BRD einmal mehr selbst feiern. Die Feierlichkeiten, Anlass ist die 20-Jährige deutsche Wiedervereinigung, sollen dieses Jahr in Bremen stattfinden.
Wir unterstützen den Aufruf des UmsGanze! Bündnisses, sich an den Aktionen gegen die Feierlichkeiten zu beteiligen.

Uns geht es nicht um einen humanen oder Krisenfreien Kapitalismus, sondern darum ihn abzuschaffen.

In diesem Sinne:
STAAT.NATION.KAPITAL.SCHEISSE

15.08.10

Neonazikonzert in Mittelhessen

Neonazi-Konzert mit über 400 BesucherInnen am 14. August in Waldsolms-Brandoberndorf (Lahn-Dill-Kreis, Hessen)

Diskothek mystage in Brandoberndorf etabliert sich als Neonazi-Treffpunkt

Am Samstag Abend, dem 14. August 2010, fand in der Diskothek mystage in Walsolms-Brandoberndorf ein Konzert mit der Bremer Musikband Kategorie C - Hungrige Wölfe statt.
Die Band entstammt der extremen Rechten und versuchte in den vergangen Jahren vergeblich, ihr „Nazi-Image“ loszuwerden, um kommerziellen Erfolg als „Hooligan-Band“ zu erreichen.

Tatsächlich wurde das Konzert am Samstag in Kreisen von Fußballfans und Fußball-Hooligans kaum beworben. Unter den über 400 BesucherInnen fanden sich in der Hauptsache Neonazis ein, die über Shirt-Motive, Auto-Aufkleber u.ä. eindeutig als solche zu identifizieren waren. Die BesucherInnen waren aus mehreren Bundesländern angereist.

Das Konzert war konspirativ organisiert worden. BesucherInnen wurden am 14. August ab 10 Uhr über ein „Info-Telefon“ zu einem Vortreffpunkt ab 18 Uhr in Grävenwiesbach (Hochtaunuskreis) geschickt. Erst dort wurde ihnen der Veranstaltungsort genannt, auch wurden sie in Auto-Konvois zum mystage geleitet.

Das Konzert konnte ungestört stattfinden, obwohl die Polizeidienststellen im Rhein-Main-Gebiet Kenntnis über das bevorstehende Konzert an einem Ort „nahe Frankfurt“ hatten. Die Polizei führte Vorkontrollen durch.

Veranstaltet wurde das Konzertes nach Erkenntnissen der Antifa R4 von der Inhaberin des mystage, Manon Rohrbach. Frau Rohrbach ordnet sich selbst nicht der extremen Rechten zu, wird aber nun erklären müssen, warum ein von ihr organisiertes Konzert in der Hauptsache von Neonazis besucht wurde und warum der Konzertort bis zum 14. August geheim gehalten wurde.

Die Diskothek mystage etabliert sich seit dem Jahr 2009 als überregionaler Treffpunkt von Neonazis.

Nachdem 2009 antifaschistische Gruppen belegt hatten, dass „Böhse Onkelz-Partys“ in einer Gießener Musikkneipe massiv von Neonazis besucht wurden und die Kneipe daraufhin unter Druck geriet, verlagerten sich diese Events u. a. nach Brandoberndorf ins mystage.

Im mystage treten Neonazis, meist im Rahmen von Böhse-Onkelz-Partys, völlig offen auf.
Zunehmend ist zu beobachten, dass ihnen das mystage auch für eigene, „private“ Treffen zur Verfügung steht.

Weitere Veranstaltungen der letzten Wochen im mystage (Auswahl):

- 18. Juni 2010: Auf einer öffentlichen Böhse-Onkelz-Party posieren Neonazis mit Shirt-Motiven wie „Frei-Sozial-National“ und „Nationaler Sozialismus“. Einzelne Neonazis, darunter FunktionärInnen der NPD, waren eigens aus dem Raum Darmstadt und aus dem Raum Büdingen (Wetteraukreis) angereist.

- 10. Juli 2010: Auf einem Weblog einer bekannten Neonazistin aus dem Raum Gießen findet sich der wiederholte Hinweis auf eine „Onkelz Privatparty im My Stage Club!!!!“, der u. a. ergänzt wird durch den Kommentar „....über uns die schwarze Sonne.....*sing*“, worin Bezug auf das SS-Symbol der Schwarzen Sonne genommen wird.

- 24. Juli 2010: Der bekannte Neonazi Christian K. aus dem Hochtaunuskreis lädt zu einer privaten Feier ein. Über ein Infotelefon werden die Gäste am Tag des Geschehens zum Bahnhof Brandoberndorf bestellt und von dort aus ins mystage geschickt. Mehrere Dutzend Personen besuchen die Feier, nach Beobachtung von AntifaschistInnen sind dies ausschließlich Neonazis.

Marianne Elser , Sprecherin der Antifa R4 Gießen, dazu:
„Am Beispiel mystage ist zu beobachten, dass Neonazis insbesondere über Böhse-Onkelz-Partys Akzeptanz und Zugehörigkeit erlangen und sich schrittweise exklusiven Freiraum schaffen. Dies geht in Mittelhessen seit Jahren schon so und es wird wohl noch Jahre so gehen, wenn in den Kommunen nicht endlich ein Problembewusstsein darüber entsteht.“

20.07.10

AZ Köln bleibt!

Seit bald 100 Tagen besteht das Autonome Zentrum in Köln-Kalk. Seitdem gestalten tausende Besucher_innen das Zentrum mit. Es bietet Raum für politische Gruppen, Parties, eine Arbeitslosenberatung, ...
Trotz allem ist das Gebäude ständig von einer Räumung bedroht, ein erster Räumungstermin musste kurzzeitig abgeblasen werden.
Über das AZ Köln und Möglichkeiten des Widerstandes bei einer eventuellen Räumung wird es heute, am Dienstag, den 20.07 nach der VoKü einen Vortrag geben.

Mehr Infos zum Squat gibts außerdem hier

23.06.10

Vortrag über Nationalismus

Am Dienstag, den 29.06 wird im AK44 ein Vortrag zum Thema Nationalismus gehalten. Speziell wird die Männer-Fußball-WM 2006 und der mit dieser einhergehende, erstarkende Nationalismus in Deutschland behandelt.
Beginn ist nach der VoKü(ca. 21.00)

19.06.10

Vortrag im AK44 - "Vom Amerikanischen Traum zum mexikanischen Alptraum"

Am Dienstag, 13.07. um 20:30 wird Kathrin Zeiske, die seit drei Jahren als Menschenrechtsaktivistin und freie Journalistin in der mexikanischen Grenzregion arbeitet im AK44 referieren.
Sie beschreibt wie Flüchtlinge versuchen, über Mexiko in die USA zu gelangen.
Hierbei wird auf die Strapazen und Gefahren des Weges eingegangen, und sich weiterhin mit der Beschränkung von migrantischen Rechten, dem "Plan México" und weiterern Themen beschäftigt.

Antifa Camp

Vom 14.-18. Juli findet das zweite hessische Antifacamp, organisiert von B.A.S.H. und der Jugendantifa Frankfurt, statt.
Anmeldungen sind ab sofort hier möglich.

16.06.10

Kampagne gegen Repression in Darmstadt

Aufgrund von starker Repression gegen Antifaschist_innen in Darmstadt startet demnächst eine Antirepressionskampagne.
Auftakt wird eine Demonstration am 26. Juni in Darmstadt sein. Beginn ist um 14.00 am Bahnhofsvorplatz.
Wir rufen dazu auf, sich an der Demo zu beteiligen und die Betroffenen zu unterstützen.
Nähere Infos gibts hier

Demo in Marburg

Am Samstag, den 19.06 findet in Marburg eine Demonstration gegen den Burschentag der Neuen Deutschen Burschenschaft (NDB) statt.
Wir rufen dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen und so auch eine grundsätzliche Kritik am Korporationswesen zu artikulieren.
Treffpukt ist um 13.00 am Marburger Bahnhof
Aus Gießen bietet sich der Zug um 12.39 an.

nähere Infos + den Aufruf gibts hier

19.04.10

Buchvorstellung am Donnerstag 22.04.10

Buchvorstellung: Irrsinn der Normalität, Aspekte der Reartikulation des deutschen Nationalismus aus dem Verlag Westfälisches Dampfboot

Auf neuen Schauplätzen fand in den vergangenen Jahren ein deutscher Nationalismus seine Renaissance: In Musik und Sport setzte sich ein ungehemmtes Feiern schwarz-rot-goldener Einigkeit und Normalität durch. Gängige Unterhaltungsformate wurden zum bevorzugten Inszenierungsmedium auch eines deutschen Opfermythos. Das Prädikat deutsch avancierte zum Leitbegriff erfolgreicher Werbestrategien. Erscheinen solche Momente auf den ersten Blick noch als unpolitisch, so zeigt sich in der wechselseitigen Verstärkung von Reartikulation und Rekonstruktion von Nationalem und damit der Akzeptanz hegemonialer Projekte eine riskante politische Dimension. Die Projektgruppe Nationalismuskritik lenkt deshalb, theoretisch eingebettet in hegemoniekritische Ansätze, den Fokus auf kulturindustrielles Amusement und sportliches Arbeitsethos, aber auch auf eine revisionistische Vergangenheitspolitik, die deutsche Außenpolitik und den Diskurs um die Berliner Republik. Die Gesamtperspektive der AutorInnen gilt einer Kritik des Nationalismus im Allgemeinen, des deutschen im Besonderen.

Um 20Uhr im Infoladen Gießen

14.04.10

Antifaschistische Demonstration im Lahntal

Am 17.4. findet in Goßfelden-Lahntal eine
antifaschistische Demo statt.

Aktuell: Nazis melden Gegendemo an!
Manuel Mann hat eine Gegendemo unter dem Motto "Stoppt linke Hetze gegen
Nationalsozialisten" in dem Dorf angemeldet. Die Veranstaltung soll laut
Nazis unmittelbar neben und während der Antinazi-Demo statt finden.


Einen Antifa-Aufruf gibts bei der lisa2

Daneben gibts noch einen Aufruf vom BgR Marburg und der Gruppe Dissident.


Abfahrt ab Marburg mit dem Zug um 12:24.
AntifaschistInnen aus Giessen können den RE um 12:04 nehmen um den Zug aus
Marburg zu erreichen.

08.04.10

Endlich wird die Arbeit knapp! Kapitalismus abwracken! Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz!

Wir rufen auf zur sozialrevolutionären Demonstration des Frankfurter Krisenbündnis.

Am 30.04.10 um 19Uhr Galluswarte Frankfurt am Main
Den Aufruf gibts hier

Um die Demonstration aus Gießen pünktlich zu erreichen bietet sich der Zug am 30.04.10 um 17:53Uhr vom Gleis 3 an.

19.03.10

Demonstration in Erfurt: Selbstverwaltete Zentren erkämpfen

Vor ca. einem Jahr wurde das besetzte "Topf&Söhne Gelände" in Erfurt geräumt. Seitdem kämpft die Initiative "Hände Hoch Haus Her" für ein neues Autonomes Zentrum in Erfurt.
Die Versuche ein neues Gebäude zu besetzen wurden jedesmal von der Polizei beendet.
Nun findet ein Jahr nach der Räumung eine Demonstration in Erfurt für ein neues selbstverwaltetes Zentrum statt. Wir rufen euch auf die Menschen in Erfurt zu unterstützen und am 17.04.10 nach Erfurt zu fahren.
Wer noch eine Mitfahrgelegenheit sucht kann sich Donnerstags im Antifacafe melden.

17.04.10. Demonstration "Selbstverwaltete Zentren erkämpfen", 14:00Uhr Bhf Erfurt

Den Aufruf gibts hier

06.03.10

Spontandemo nach rechtem Brandanschlag

In der Nacht auf Freitag den 5.3 verübten bisher Unbekannte einen Brandanschlag auf das Privathaus eines Mitglieds des Wetzlarer Bündnisses gegen Nazis.

Dieser Mordversuch ist der Höhepunkt einer Serie von Anschlägen, Übergriffen und Einschüchterungsversuchen von Neonazis. Als Reaktion auf den Anschlag zogen am Abend spontan rund 150 AntifaschistInnen aus verschiedenen Spektren durch die Wetzlarer Innenstadt um den Fokus auf die politische Dimension des Angriffs zu lenken.

Es ist nicht der erste Angriff auf das von einer Familie, die aufgrund ihres antifaschistischen Engagement in den Fokus der Wetzlarer Neonazis gerückt ist bewohnte Haus. Vielmehr reiht sich dieser Anschlag in eine Reihe von neonazistischen Übergriffen in Wetzlar ein, die sich mit dem Aufkommen der sogenannten Autonomen Nationalisten Wetzlar, seit ungefähr 2 Jahren häufen.

So ist die Familie bereits zweifach Opfer von Farbschmiereien, wie Hakenkreuzen geworden. Ebenso hat es Veranstaltungsorte von antifaschistischen und linken Konzerten und Vorträgen getroffen, wie Beispielsweise das Franzis und Irish Inn in Wetzlar oder das Autonome Kulturzentrum Ak44 in Gießen.

Dass die Wetzlarer Neonazis auch vor Gewalt gegen Menschen nicht zurückschrecken, suggeriert nicht nur deren Internetpräsenz, auf welcher offen gegen die politischen Gegener gehetzt wird. Auch die Äußerungen eines Mitglieds der "Anti-Antifa Wetzlar" in einem im Internet frei zugänglichen Video, gedreht von eben jenem Opfer des Brandanschlags, lassen keinen Zweifel an der Gewaltbereitschaft.

Ebenso sind die Übergriffe auf einen Informationstand der "Jungen Wetzlarer gegen Rechts" und das Thekenpersonal des Wetzlarer Lokals Irish Inn, sowie diverse Übergriffe auf missliebige, vermeintliche politische Gegner zu werten - sie sind Ausdruck einer menschenverachtenden Ideologie.

Dass die Polizei nun, wie schon zuvor nach Nazischmiereien in Gießen, von einer politischen Motivation der Täter nichts wissen will, sondern "in alle Richtungen ermittelt" halten wir für eine Farce. Manfred Pfister Pressesprecher der Antifa R4 Giessen meint dazu: " Es ist einfach nur unglaublich wie von Seiten der Polizei und der lokalen Politik versucht wird das Problem kleinzureden und totzuschweigen. Mit diesem Brandanschlag ist ganz eindeutig ein neues Niveau von Gewalt erreicht, welches zeigt, dass es sich nicht nur um irregeletete Jugendliche , sondern um gefestigte Neonazis, die selbst vor Mord nicht zurückschrecken, handelt. Rechter Gewalt muss massiv entgegengetreten werden und dazu ist es unerlässlich, rechte Übergriffe und Straftaten auch als solche zu benennen."

So bleibt der Widerstand gegen derartige Aktivitäten auf antifaschistische Gruppen beschränkt.

Um auf die eskalierende Gewalt von Neonazis hinzuweisen und klar zu machen, dass wir es nicht zulassen werden, dass die Stadt Wetzlar den Schutz vor neonazistischen Übergriffen durch politisch beredetes Schweigen den Opfern selbst überlässt und stattdessen wohl eher versucht nicht das "Image" einer braunen mittelhessichen Kleinstadt zu bekommen, demonstrierten am Abend des 5.3 rund 150 AntifaschistInnen spontan gegen Neonazis und das Schweigen über diese.

Die zunächst mit rund 50 aus verschiedenen Spektren von Gewerkschaftlern über linke Gruppen und autonomen Antifaschisten bestehende Demonstration zog vom Bahnhof zum Franzis.

Dort fand, aufgrund der regelmäßigen Störung von Veranstaltungen durch Neonazis, unter starkem Polizeischutz ein Konzert gegen Rechts statt. Hier schlossen sich weitere Menschen der Demonstration an, die daraufhin mit rund 150 TeilnehmerInnen circa eine Stunde durch die Wetzlarer Innen- und Altstadt lief und ihre Wut über den neuerlichen Übergriff lautstark nach außen trug.

Während am Rande der Demonstration Platzverweise durch die Polizei gegen bekannte Neonazis ausgesprochen werden mussten, als diese versuchten sich der Demonstration zu nähern, konnten die Demonstration ohne Zwischenfälle am Franzis beendet werden.

26.02.10

Bundesweiter Iransoli-Aktionstag

Am 8. März findet der 2. bundesweite Iransoli-Aktionstag statt. Wir rufen dazu auf, sich an Aktionen gegen das iranische Regime zu beteiligen.
Seit kreativ, bereitet Aktionen vor.

Nähere Infos und den Aufruf gibts hier

23.02.10

Blood & Honour–Prozess

Die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt hat einen Text zum aktuellen Blood & Honour–Prozess in FFM veröffentlicht.
Hier der Link zum Text

29.01.10

Kino im Antifa Café

Am Donnerstag, den 18.02.10, wird im Infoladen Gießen der Film "9 Tage hinter den Barrikaden" gezeigt. Beginn ist um 20.00.

Gegenaktivitäten zum Naziaufmarsch in Dresden

Am 13. Februar wollen sich erneut Nazis zum europaweit größten Aufmarsch in Dresden versammeln. Der Aufmarsch hat sich in den letzten Jahren als zentraler Anlaufpunkt der europäischen Naziszene etabliert. Nachdem sie auch im letzen Jahr marschieren konnten, gilt es dieses Jahr umso mehr, sich den Nazis konsequent entgegen zu stellen.
Es wird zahlreiche Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch, sowie eine Demo am 12. Februar unter dem Motto "Keine Versöhnung mit Deutschland" geben.

Aufrufe:

No Pasarán

Keine Versöhnung mit Deutschland

Von Bomben und Nazis, Gedenken und Deutschland

Zudem wird es am Donnerstag, den 4. Februar, ab 20.00 eine Infoveranstaltung zu Dresden im Infoladen Gießen geben.

18.01.10

Bundesweite Demo in FFM

Das sozialrevolutionäre & antinationale Krisen-Bündnis Frankfurt ruft zur Beteiligung an der Bundesweiten Studidemo des Protestplenums Frankfurt am 30.01.10 auf.
Die Demo beginnt um 14 Uhr an der Bockenheimer Warte.
Nähere Infos und den Aufruf hier.
Aus Gießen fährt um 13.02 am Gleis 3 ein Zug Richtung FFM.

Anschläge auf das AK44 in Giessen

Auf das Kulturzentrum AK44 in Giessen wurden Ende des letzten Jahres mehrere Farbanschläge verübt.
Zudem wurde ein auf dem Parkplatz parkendes Auto beschädigt.
Genaueres ist auf Indymedia, sowie auf der Homepage des AK44 zu lesen.
Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Täter_innen um Neonazis aus der Region Wetzlar handelt.

31.10.09

Antifaschistische Spontandemo in Wetzlar


Heute, am Samstag, den 31.10. gegen 13h versammelten sich in Wetzlar 80-100 Antifaschist_innen, um auf die erstarkende Neonaziszene vor Ort aufmerksam zu machen.

Seit etwa einem dreiviertel Jahr häufen sich in Wetzlar und Umgebung Neonaziaktivitäten in Form von Aufkleber- und Flugblattaktionen, Mahnwache und anderen öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Menschen, die nicht in das Weltbild der Neonazis passten. wurden bedroht. Allein in den letzten 7. Tagen mussten zwei Veranstaltungen, die sich gegen die Neonaziszene richteten, von der Polizei geschützt werden. Darunter ein "Rock gegen Rechts" der Grünen Jugend und eine Diskussionsveranstaltung der Gewerkschaft.
Um zu zeigen, dass diese Zustände nicht länger hingenommen werden, demonstrierten etwa 90 Antifaschist_innen durch Wetzlar. Eine kraftvolle, entschlossene Demo zog etwa eine Stunde durch die Innenstadt und machte mit Redebeiträgen und Flugblättern auf die Situation aufmerksam.

Antifa R4 (Giessen), Antifa Overload (Lahn-Dill)

Weitere Informationen zur Situation vor Ort:
http://de.indymedia.org/2009/10/264149.shtml
http://de.indymedia.org/2009/10/264027.shtml

27.10.09

Naziszene Wetzlar

Auf Indymedia gibt es zwei Artikel welche sich mit der Naziproblematik in Wetzlar befassen, sie geben einen guten Überblick über die Situation.

Mittelhessische Naziszene im Aufwind

Wetzlar: Nazis versuchen Konzert zu stören

Desweiteren veranstaltet die Gewerkschaft ver.di eine Vortragsreihe, welche sich mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetzt.
An den Donnerstagen an denen die Vorträge stattfinden fällt das Antifa-Cafe im Infoladen aus, bis auf den 05.11.09. An diesem Tag findet wie gewohnt am ersten Donnerstag im Monat das offene Antifa-Plenum statt.

Die Veranstaltungen finden um 19:00Uhr im "Harlekin im Riesen", Güllgasse 9 in Wetzlar statt.

29.10.09 Volksgemeinschaft statt Kapitalismus?
Die sozial Demagogie der modernen Nazis
(Richard Gebhardt)

05.11.09 Rassismus im Alltag
Rechtsextremismus-die Spitze des Eisbergs
(Malte Lantzsch)

12.11.09 Moderne Faschisten und kämpfende Frauen
Zum neuen Lifestyle und Frauen in der extremen Rechten
(Lena Rosenthal/Stephan Schneider)

19.11.09 Wege finden...
Gegen Naziaktionen und -aufmärsche in Wetzlar
(Podiumsdiskussion)

Mahngang zur Reichspogromnacht

Wie jedes Jahr organisiert das "Bündnis Gegen Rechts Giessen" , indem auch wir vertreten sind, einen Mahngang zum Jahrestag der Nationalsozialistischen Novemberpogrome.

Mo., 09.11.2009 // 18 Uhr // Berliner Platz, Gießen

Ein gutes Flugblatt zum den Novemberpogromen in Giessen hat die Hochschulgruppe "Demokratische Linke" verfasst. Nachzulesen hier

07.11.09 Nazidemo in Friedberg

Für den 07.November hat die NPD in Friedberg erneut eine Demonstration angemeldet.
Ein breites bürgerliches Bündnis mobilisiert zu Gegenaktivitäten.
Aktuelle Infos gibts bei der ANK Frankfurt.

15.10.09

Lesung mit Bini Adamczak zu: GESTERN MORGEN

Donnerstag, den 22.10. um 20:00h im Infoladen Giessen

...Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft

Pünktlich zum Jahrestag der russischen Revolution führt die Re-Konstruktion eines kommunistischen Begehrens in die Geschichte des Kommunismus und bürstet diese gegen den Strich: von 1939 bis 1917. Vom Hitler-Stalin Pakt bis zur Oktoberrevolution kreisen die Überlegungen Adamczaks um die Figuren von Partei und Klasse von Verrat und Versprechen, um sie in ihrer Logik, aber vor allem als Erfahrungen zu rekonstruieren. Die Autorin sucht das Trümmerfeld der Geschichte nach den revolutionären Wünschen ab, die darunter begraben liegen. Aber es gibt keinen unbeschadeten Zugriff auf die vergessenen Träume. Der Weg zu den vergangenen Hoffnungen führt über deren Enttäuschung, über das doppelte Scheitern der russischen Revolution, das unbewältigt immer noch anhält. Die bergende Arbeit an der Geschichte ist somit eine Arbeit der Trauer, eine Trauerarbeit, die das Buch einfordert und zugleich performativ vollzieht. Es birgt eine vergangene Zukunft, die Gegenwart hätte sein können und Zukunft sein kann: „gestern morgen“.

14.09.09

Demo in Offenbach

Wir unterstützen den Aufruf und die Demo der antifa [ko] "Der AG Wohlfahrt in die Fresse boxen!Für eine Welt ohne Nation & Grenzen!"

19.09.09 - 13Uhr Marktplatz, Offenbach


Abfahr von Giessen um 11:53Uhr am Gleis 3.

30.07.09

EA

Die Nummer des EA für den 01.08.09 ist: 0160-95657426
Näheres zum EA und Tipps zum Verhalten auf Demos gibts hier.

27.07.09

Infos-Friedberg 01.08

- Gemeinsame Zugabfahrtszeit aus Gießen ist um 08.22Uhr am Gleis 4.
- Es wird am 01.08.09 einen Ermittlungsauschuss geben, welcher mit Anwälten besetzt ist, die Nummer wird kurz vor Samstag hier auf der Page bekannt gegeben.
- Die Route findet ihr auf der Page des "Wetterauer Bündnisse" und zwar hier

18.07.09

Die aktuelle Lage im Iran

Info- und Diskussionsveranstaltung
mit Dr. Peyman Javaher-Haghighi

Vor wenigen Wochen tobte im Iran die Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Fraktionen der herrschenden Elite sowie sozialen und ernsthaft oppositionellen Kräften.
Der amtierende Präsident Mahmud Ahmadinedschad stützt sich auf militärische und
paramilitärische Kräfte, unterdrückt jegliche Opposition, geriert sich religiös-national als Anwalt der „kleinen Leute“ und hat seine Wiederwahl durch massive Korruption durchgesetzt. Sein Widersacher Mir Hussein Mussawi vertritt das Establishment aus traditionell reaktionärem Klerus und „westlich“ orientierter Mittelschicht. (In seiner Zeit als Ministerpräsident 1981-89 wurden Tausende von Menschen gefoltert und umgebracht.) Diese Fraktionen streiten um die politischökonomische Vorherrschaft und insbesondere den Zugriff auf die gewaltigen Öl- und Gasprofite. Die offenkundig gewordene Manipulation bei der Präsidentschaftswahl im Juni war Auslöser der
größten Massenproteste seit vielen Jahren. Darin kommen die Wut über die elenden sozialen Bedingungen und die jahrelange politische Repression sowie die Hoffnung auf bessere Zeiten zum Ausdruck. Fortschrittliche Kräfte aus Studierenden- und Frauenbewegung sowie der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung kämpfen
für Demokratisierung, Säkularisierung und sozialen Fortschritt. Doch durch welche ökonomischen Interessen ist diese Auseinandersetzung im Iran bestimmt? Welche Interessen verfolgen die USA und die europäischen Staaten gegenüber dem Iran? Wer sind die politischen Kräfte der Protestbewegung und was sind ihre Ziele? Welche Rolle spielt insbesondere die Studierendenbewegung, und welche Kämpfe führt sie? Welche Bedeutung kommt der internationalen Solidarität zu?
Diese Fragen wollen wir mit Dr. Peyman Javaher-Haghighi diskutieren. Der Referent ist Lehrbeauftragter im Fachbereich Politische Wissenschaft der Leibniz Universität in Hannover und Autor u.a. des Buches „Iran, Mythos und Realität. Staat und Gesellschaft jenseits von westlichen Sensationsberichten.“

Wann? Mi.: 05.08.09 um 18 Uhr
Wo? Infoladen Giessen, Alter WetzlarerWeg 44

Außerdem Bundesweiter Aktionstag Iran am 12.August

30.06.09

Am 1. August Nazis im Hinterland aufmischen

Die hessische NPD plant am 1. August 2009, einen Doppelaufmarsch in Friedberg und Nidda durchzuführen. Als Anlass dienen die jeweiligen örtlichen Moscheen sowie die damit verbundene Angst vor „Überfremdung und Islamisierung“. Da der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt als Redner angekündigt ist, muss wohl mit etwas mehr als nur einigen Wetterauer Dorf-Nazis gerechnet werden. Die regionale Gegenmobilisierung besteht bisher ausschließlich aus bürgerlichen Zusammenhängen. Einige dieser Protagonisten haben zudem ein höchst zweifelhaftes Politikverständnis. Es gibt also aus autonomer linksradikaler Perspektive mehr als genug Gründe, selbst für den 1. August zu mobilisieren und an diesem Tag eigene Akzente zu setzen.

Doppelaufmärsche sind bei Nazis offensichtlich in Mode gekommen, und so versucht sich nun auch die hessische NPD mit zwei direkt aufeinander folgenden Aufmärschen an einem Tag in der Wetterau.
Der Anlass, der geplante Bau einer neuen Moschee in Nidda, sowie die Existenz der „Ayasofya-Moschee“ in Friedberg scheint dem Landesvorsitzenden der NPD, Jörg Krebs, zum Lieblingsthema geworden zu sein. So versteht er sich und seine hessische NPD als „Vorreiterin des Widerstandes“ gegen eine vermeintlich „planmäßig sich vollziehende Islamisierung“ Deutschlands. Mit der Hetze gegen „Überfremdung“ bezieht sich der Aufruf dabei auf ein Kernelement völkischen Denkens. Das konstruierte nationale Kollektiv wird als ursprünglich natürlich wahrgenommen, kulturell und vor allem biologisch gewachsen aus Jahrtausenden „gemeinsamer Geschichte“. Die Definition der Dazugehörigkeit verläuft hier entlang gerade als passend erscheinender Eigenschaften wie Hautfarbe, Sprache, Herkunft, Kultur oder Religion.

Während sich große Teile der NPD auf der einen Seite als Retter vor der „Islamisierung“ Deutschlands inszenieren und dabei klassisch rassistisch argumentieren, sucht Jörg Krebs gleichzeitig den Schulterschluss mit den Faschisten der türkischen Partei MHP (übersetzt: Partei der Nationalistischen Bewegung) und ihrem Ableger, den „Grauen Wölfen“. Diese Gruppen treten als Teil einer rassistischen, türkisch-nationalistischen Bewegung in Erscheinung.
Wenn dann Jörg Krebs die MHP als „legitime Interessenvertreterin“ des „türkischen Volkes“ gegen eine Auflösung im „melting pot EU“ zur potentiellen Bündnispartnerin erklärt, wird durchaus klar, dass es den völkischen Nationalist_innen von der NPD darum geht, „den“ Islam dorthin zu verbannen, wo er angeblich naturwüchsig zum Leben der Gemeinschaft gehört. Der Rassismus der NPD baut auf einer Ideologie auf, die den Menschen nur als Teil „natürlicher Völker“ kennt. Nur diesen „Völkern“ wird zugestanden, innerhalb ihrer „natürlichen Grenzen“ zu leben. So sieht Krebs die türkischen Faschisten vor allem als Vermittler zur freiwilligen Ausreise ihrer „Volksgenoss_innen“ in ihre angebliche Heimat.

Demnach ist klar, dass an diesem Tag die mitunter größten Feinde von Emanzipation nach Friedberg und Nidda kommen wollen und dass es gilt, sich diesen konsequent entgegenzustellen. Doch ist es nicht damit getan, die hier offensichtliche völkische und rassistische Motivation der NPD aufzuzeigen. Es erscheint uns vielmehr nötig, bei diesem Anlass auch ein paar Worte zum Thema Islam, Islamismus und Antisemitismus zu verlieren. Nicht, weil die Rassist_innen von NPD und Freien Kameradschaften doch „irgendwie“ recht hätten - das haben sie niemals, schon wegen ihrer grundsätzlich menschenfeindlichen Motivation. Sondern weil dieses Thema eine bemerkenswerte Leerstelle in linken Gegenmobilisierungen und Diskursen zu rechten Aufmärschen darstellt.
Dabei ist spätestens seit dem rassistischen „Anti-Islam-Kongress“ in Köln 2008 klar, dass die Auseinandersetzung mit und Analyse der unterschiedlichen islamistischen Organisationen dringend nötig ist. Denn gerade für eine antirassistische Position ist die explizite Unterscheidung zwischen dem Islam als Religion einerseits und dem Islamismus als politischem Projekt andererseits unerlässlich. Steht Islamismus doch für Antisemitismus, für Homophobie und ein patriarchales, autoritäres Weltbild, also für reaktionäre und antiemanzipatorische Inhalte, und ist damit nicht weniger als eine andere Spielart rechtsradikaler Formierung. Wer die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus nicht trifft, spielt somit nicht zuletzt dem rassistischen Diskurs der NPD in die Hände. Als unsere Bündnispartner_innen können daher nur solche Gruppen/Menschen in Betracht gezogen werden, die sich von allen Ansätzen einer religiös-fundamentalistisch begründeten Politik konsequent distanzieren.

Dass sich nun die Anti-Nazi-Koordination Frankfurt in ihrem Aufruf zu Friedberg/Nidda über mehrere Absätze hinweg zu anti-islamischem Rassismus auslässt, ohne dabei ein einziges Mal auf das Thema des Islamismus einzugehen, dass das Wetterauer Bündnis gegen Rechts gar alle „religiös [...] engagierten Menschen“ zu Protesten aufruft, zeigt, wie dringend nötig es ist, diese Leerstelle auch hier zu thematisieren. Daran ändert die bemüht häufige Verwendung der Vokabel „Antisemitismus“ in den betreffenden Aufrufen nichts.
Zusätzlich ist es um autonome linksradikale Strukturen in der Wetterau spätestens seit der gewaltsamen Schließung des selbstverwalteten Jugendzentrums Alte Feuerwache in Bad Nauheim nicht wirklich gut bestellt. Stattdessen versucht die Antifaschistische Bildungsinitiative e.V. oder kurz Antifa BI sämtliche autonome Bestrebungen einer linken bis linksradikalen Organisierung zu vereinnahmen, und lenkt diese in ordnungsgemäße, bürgerliche Bahnen. Dieser Verein fällt nicht nur durch die Zusammenarbeit mit örtlicher Polizei und Verfassungsschutz immer wieder negativ auf. Auch Kontakte zu organisierten Nazis scheinen zumindest für einige Mitgliedern kein Problem darzustellen. Für eine ernsthafte Antifapolitik ist die Antifa BI demnach nicht zu haben, stattdessen sollten sich Leute in der Wetterau im wahrsten Sinne des Wortes autonom organisieren.
Trotz aller Kritik halten wir es jedoch für richtig und wichtig, wenn Menschen gegen Nazis auf die Straße gehen. Es geht uns nicht darum, dem Konzept des Bündnisses Wetterau gegen Rechts entgegenzuarbeiten. An diesem Tag sollte das gemeinsame Ziel schließlich heißen: Den Nazis den Tag zum Desaster zu machen und die Aufmärsche mit allen Mitteln zu verhindern.
Wir werden demnach am 1. August unsere eigenen Ansprüche in kritischer Abgrenzung zu Antifa BI und Anti-Nazi-Koordination Frankfurt auf die Straße tragen.

Nazis konsequent bekämpfen
emanzipatorischen Antifaschismus
praktisch werden lassen!

30. Juli, 20 Uhr - Infoladen im AK44 Gießen - letzte Infoveranstaltung
1. August, 9 Uhr - Bahnhofsvorplatz Friedberg - Naziaufmärsche verhindern

ein Aufruf von: Antifa R4 Gießen, autonome antifa [f], Jugendantifa Frankfurt
Unterstützt von: Antifa Bell Frankfurt, Antifaschistische Initiative Worms, AK Antifa Alzey, antifa [ko], Antifaschistische Gruppe5 Marburg

17.06.09

19-23.8, Hessen: Antifaschistisches Camp 2009

Sommer ist, was in deinem Kopf passiert // 19.-23.08 // Vogelsbergkreis

Dieses Jahr gibt es ein Antifaschistisches Sommercamp auch in der hessischen Provinz. Das BASH hat keine Mühen gescheut und für euch ein prall gefülltes Programm aus Theorie und Praxis vorbereitet. Allerdings: Sommer ist, was in deinem Kopf passiert! Das Camp lebt von eurer Beteiligung, und so ist das Program tatsächlich als BASH-Angebot zu verstehen. Wir sind offen für Anregungen, und freuen uns auf eure Teilnahme!

Für 25 Euro Campbeitrag könnt Ihr fünf Tage zelten, essen, diskutieren. Aus logistischen Gründen ist eine verbindliche Anmeldung nötig - das Angebot ist verlockend und die Plätze begrenzt.

Nähere Infos hier: Bash

14.06.09

Vortrag am 26.6. 19h

Jürgen Mümken referiert im Infoladen um 19:00h über:

Wider der „freiwilligen Knechtschaft“
Den Staat verstehen und die Staatlichkeit der Gesellschaft überwinden

Warum kämpfen die Menschen für ihre Knechtschaft, als ginge es um ihr Heil? Was veranlasst einen zu schreien: Noch mehr Steuern! Noch weniger Brot! Wie Reich sagt liegt das Erstaunliche nicht darin, dass Leute stehlen, andere streiken, vielmehr darin, dass die Hungernden nicht immer stehlen und die Ausgebeuteten nicht immer streiken. Warum ertragen Menschen seit Jahrhunderten Ausbeutung, Erniedrigung, Sklaverei, und zwar in einer Weise, dass sie solches nicht nur für die anderen wollen, sondern auch für sich selbst“? (Gilles Deleuze und Félix Guattari im Anti-Ödipus)

Der Staat – in diesem Punkt sind sich alle AnarchistInnen einig – gehört abgeschafft. Für die Meisten sind seine Hauptfunktionen: Unterdrückung und Ausbeutung oder anders gesagt: „seine Form (ist) die Herrschaft, sein Inhalt die Ausbeutung“ (Oppenheimer). Deshalb haben AnarchistInnen nicht bestimmte Regierungen oder Staatsformen bekämpft, sondern immer den „Staat an sich“ in allen seinen Erscheinungsformen. Der Staat wurde und wird als eine große Maschine wahrgenommen, die den Individuen die Begrenzungen setzt, an denen sie ihr Leben auszurichten haben und deren Bewusstsein manipuliert. Der Staat wird als eine Maschine wahrgenommen, die uns permanent unterwirft und unterdrückt. Doch was ist „der Staat“, der so mächtig ist, dass er Millionen von Menschen ausbeuten und unterdrücken kann, ohne dass es nennenswerten Widerstand gegen ihn gibt. Wenn es Kämpfe gibt, zielen sie auf eine Transformation des Staates ab, oder es geht um eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse innerhalb des Staates. Dem Staat gelingt es sogar immer wieder, die „Unterdrückten“ in die Institutionen und Apparate der Unterdrückung (z.B. Militär, Polizei, Justiz etc.) einzubinden.
In einem Vortrag soll keine totalisierende Staatstheorie dargestellt werden, sondern Aspekte marxistischer und anarchistischer Staatskritik in Bezug auf Ökonomie und Aufrechterhaltung von Herrschaft und Ausbeutung dargestellt werden. Am Beispiel der neoliberalen Form von Herrschaft und Ausbeutung soll aufgezeigt werden, dass Entstaatlichung keineswegs automatisch in Richtung freier Gesellschaft zeigt. Statt einer „Staatsphobie“ (Foucault) nachzugehen, sollten lieber die gesellschaftlichen Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnissen im Zentrum der Auseinandersetzung(en) stehen.

Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe zum Thema: Staat - Krise - Emanzipation statt, die im Oktober 2009 fortgesetzt wird!

15.05.09

Treffpunkt 16.5.

Treffpunkt für Antifaschist_innen ist um 9:00h Cafe Amelie in der Walltorstrasse 17, Giessen.
Seid mobil!

07.05.09

NPD-Aktionstag in Giessen verhindern

Die hessische NPD plant für den 16.05.09 in Giessen und Landkreis Giessen einen "Aktionstag". Hierbei soll für die menschenverachtende Rechtsextreme Partei geworben und deren Inhalte verbreitet werden.

Wie genau dieser Aktionstag aussehen soll ist zur Zeit unklar. Denkbar wäre zum Beispiel ein Infostand oder eine Versammlung in der Giessener Innenstadt.

Manfred Pfister von der AntifaR4 meint dazu:" Sollte die NPD versuchen in Giessen eine Veranstaltung durchzuführen, dann sicher nicht ohne unseren massiven Protest. Wir werden das Verbreiten dieser rassistischen und antisemitischen Ideologie nicht widerspruchslos hinnehmen und fordern alle aufgeklärten Menschen dazu auf sich dem Protest anzuschließen."


Achtet auf aktuelle Ankündigungen auf dieser Homepage, es wird einen Treffpunkt für AntifaschistInnen geben.

Evangelikalenkongress verhindern

Aufruf zur Demo am Donnerstag, den 21.05.09, in Marburg

In der Zeit vom 20. bis zum 24. Mai findet in Marburg der „6. internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ statt. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft wollen reaktionäre evangelikale Kräfte einen Kongress veranstalten, gegen den sich breiter Widerstand formiert hat.
Organisiert wird der Kongress von der „Akademie für Psychotherapie und Seelsorge“, die sich besonders durch die Verknüpfung von therapeutischer Beratung mit christlich evangelikalen Lebensvorstellungen hervortut. Es sind über 100 Workshops geplant, die sich unter anderem mit Themen aus dem Bereich Sexualität und Identität beschäftigen. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft verbreiten einzelne Referent_innen ein konservatives Bild von der heterosexuellen Ehe als einziges Lebensmodell und stigmatisieren Homosexualität als krankhaft und nicht erwünscht. Insgesamt offenbart die Auswahl der Referent_innen ein erzkonservatives und zutiefst reaktionäres Weltbild.
Unser Protest richtet sich auch nicht nur gegen ein, zwei oder drei Workshops oder Referent_innen auf dem Kongress, sondern vielmehr gegen die homophobe und religiös-fundamentalistische Ausrichtung der evangelikalen Bewegung.
Deshalb werden wir den Kongress verhindern!

Evangelikale

Evangelikale sind eine rückwärtsgerichtete Strömung innerhalb des Protestantismus, die sich durch fundamentalistische Bibelauslegung, Absolutheits- und Missionierungsanspruch auszeichnet und die nach gesellschaftlichem Einfluss streben. Ein Beispiel hierfür ist der Marburger Christus Treff, dessen wöchentliche Gottesdienste großen Anklang finden.
Roland Werner, Leiter des Christus Treffs, Vorsitzender des Jugendkongresses Christival 2008 und geheilter Homosexueller, soll eines der Hauptseminare halten. Auch Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz von der Offensive Junger Christen (OJC) will dort sprechen.
Eine Reihe von evangelikalen Organisationen (exemplarisch sei Wuestenstrom genannt), die auf dem Kongress vertreten sind, haben die vermeintliche Heilung von Homosexualität als einen ihrer Themenschwerpunkte.

Homophobie
Homophobes Verhalten äußert sich in einem breiten Spektrum von Nichtakzeptanz bis hin zu offener Gewalt gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensformen. Betroffen von Homophobie sind jedoch nicht nur Homosexuelle, sondern alle Menschen mit einer von der heterosexuellen Norm abweichenden sexuellen Identität (z.B. Transsexuelle). Probleme, die viele Homosexuelle mit ihrer sexuellen Identität haben, werden nicht durch die Homosexualität selbst, sondern durch das heterosexistische Umfeld verursacht, welches ein freies Ausleben homosexueller Neigungen, vor allem in der schwierigen Coming out-Phase, stark erschwert. Die Ursache für offene und versteckte Homophobie ist im tief in unserer Gesellschaft verankerten Heterosexismus zu suchen.

Heterosexismus
Unter Heterosexismus versteht man ein Welt- und Menschenbild, in dem die heterosexuelle Lebensform als einzig „normale“ bzw. „moralische“ Form menschlicher Partnerschaft dargestellt wird. Die Organisation „Wuestenstrom“ bietet nach eigenen Aussagen Hilfe bei der Identitätssuche als Mann oder Frau an. Hier wird zunächst einmal deutlich, dass es für „Wuestenstrom“ lediglich die Identitäten Mann oder Frau gibt. Der 1. Vorsitzende dieser Organisation, Markus Hoffmann, ist einer der Referenten auf dem Kongress und bietet ein Seminar zu „Reifung der Identität als Frau und als Mann“ an. Besonders deutlich wird der Heterosexismus und ein binäres Geschlechterbild vieler Evangelikaler und einiger Referent_innen des Kongresses an ihrer Positionierung zu homosexuellen Lebenspartnerschaften. Dr. Christl Ruth Vonholdt, Leiterin des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG) und Referentin auf dem Kongress, sagte in der Oberhessischen Presse vom 24.04.09: „Wir wenden uns nicht nur gegen die ,homosexuelle Ehe und Familie´, sondern auch gegen die polygame Ehe, die ,Geschwisterehe´ sowie gegen Formen bisexueller Ehe […] Die Umdeutung von Ehe und Familie ist kulturzerstörend.“
Vonholdt hat gemeinsam mit Markus Hoffmann und Norbert Geis (MdB, CSU) ein Buch veröffentlicht. Geis ist einer der Unterstützer_innen einer Initiative, die den Kongress gegen unsere Kritik in Schutz nehmen will und u.a. von der Jungen Freiheit, dem Hauptorgan der Neuen Rechten, beworben wird. In dem angesprochenen Buch heißt es: „Es ist an der Zeit, dass diese Lebensform endlich auch in der Öffentlichkeit als das bezeichnet wird, was sie ist: die Perversion der Sexualität.“

Kein Raum
Aus diesen Gründen sind nicht nur einige Seminare oder Referent_innen abzulehnen. Wir wollen den Kongress in seiner Gesamtheit verhindern und ihn als Symbol einer rechtskonservativen Meinungsmache bekämpfen. Die genannten Referent_innen sind nur die Spitze des Eisberges, die innerhalb des Kongress und der evangelikalen Bewegung eine breite Akzeptanz erfahren.
Die Kongressworkshops sollen in öffentlichen Räumen, wie dem Hörsaalgebäude der Universität, der Stadthalle und der Martin-Luther-Schule Platz, finden. Das Bereitstellen öffentlicher und universitärer Räume stützt die Behauptung, bei dem Kongress handele es sich um eine wissenschaftliche Veranstaltung. Der Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Egon Vaupel (SPD), und Unipräsident Volker Nienhaus sind dadurch mitverantwortlich dafür, dass pseudowissenschaftliche Seminare ihren Platz im öffentlichen Diskurs finden.
Wenn anderen Menschen ein Lebensentwurf aufgedrückt werden soll, der ihren Gefühlen, Bedürfnissen und Vorstellungen widerspricht, hat dies nichts mehr mit Toleranz oder Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist schlicht und einfach diskriminierend und menschenverachtend.
Daher fordern wir die Absage des Kongresses und sprechen uns für ein freies und selbstbestimmtes Leben aus, in dem alle Menschen leben und lieben können, wen und wie sie wollen!

Demonstration
Do., 21.5.
10:30h Hbf Marburg

link

Zugabfahrt in Giessen: 10:04Uhr Gleis 2

17.04.09

Solidemo wegen Erfurt 14h Elefantenklo Giessen

Morgen findet um 14h am Elefantenklo (nähe Seltersweg) in Giessen eine Solidaritäts-Spontandemo wegen der Räumung des besetzten Hauses in Erfurt statt.
Bringt eure Freund_innen mit.
Hintergrundinfos unter: http://www.topf.squat.net/

16.03.09

28.3. in FFM DEMO: Für die soziale Revolution

Gemeinsamer Treffpunkt für den Zug nach Ffm zur DEMO AM 28.3. ab
11:00h auf dem Gleis 4, Giessener Bahnhof.
Mit dem Zug um 11:22h wird gefahren!

(Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem Attac- oder Verdi-Bus zu fahren. Kommt im Infoladen vorbei, wenn ihr Infos dazu wollt).

Auf zum linksradikalen antikapitalistischen Block auf der Demonstration "Staat.Nation.Kapital.Scheiße. Für die soziale Revolution" am 28.3. in FfM
Treffpunkt: 12.00 Uhr, Bockenheim (Senckenberganlage / Beethoven-Platz).

Hier könnt ihr den Aufruf antifaschistischer Gruppen zur Demo lesen


Donnerstag 19.3. 20 Uhr: Film- und Diskussionsabend

Auf der Suche nach Alternativen zum Kapitalismus-
Der Aufstand der Würde – Die zapatistische Bewegung im mexikanischen Bundesstaat Chiapas

Am 1. Januar 1994- mit dem Inkrafttreten des nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA - besetzten tausende indigener Männer und Frauen unter der Losung „Es reicht“ (Ya Basta) 7 Städte im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Zwei Wochen lang kämpften die Zapatistas (benannt nach dem Sozialrevolutionär E. Zapata) bewaffnet gegen Ausbeutung, Rassismus und Unterdrückung. Seitdem kämpfen sie mit zivilen Mitteln für eine Verbesserung der Lebensumstände der Bevölkerung. In den 15 Jahren seit ihrer Erhebung besetzten sie Ländereien von Großgrundbesitzern, verteilten den Boden an tausende Familien und bauten stetig neue Strukturen auf. Die Antworten des Staates wie auch lokaler MachtinhaberInnen sind und waren stets Repression und stetige militärische Präsenz vor Ort. Der EZLN geht es jedoch nicht nur um eine lokale Verbesserung der Lebensumstände. Vielmehr sieht sich die EZLN als Teil des antikapitalistischen Kampfes für eine solidarische Gesellschaft weltweit. Zudem verfolgt die EZLN das Ziel, eine Welt zu ermöglichen in der viele Welten möglich sind. Diesem Anspruch folgend versucht die EZLN seit ihrer Gründung mit vielen Teilen der antikapitalistischen und undogmatischen Linken in Dialog zu treten. Die Dokumentation aus dem Jahre 2007 bietet eine umfangreiche jedoch kurzweilige Einführung in die Kämpfe und das politische Selbstverständnis der EZLN. Ein besonderer Blick richtet sich hierbei auf die selbstverwalteten Strukturen und die Kollektivarbeit der Bewegung. Im Anschluss an den Film bieten wir eine Diskussion an. Eine der zentralen Fragen könnte sein: Was können wir von den Zapatistas in Bezug auf ihr Politikverständnis wie auch ihre Praxis lernen.

19.02.09

Vortrag Sa. 21.02.09 um 17:30

18.02.09

DEMO am 28.2. in Giessen findet nicht statt!

Ein erstes Update: Die Anmeldung für die Demo "gegen Linke Gewalt", die am 28.2.2009 in Giessen stattfinden sollte, ist nun nach Informationen der Giessener Allgemeinen Zeitung (Artikel vom 17.2.) beim Ordnungsamt wieder zurück genommen worden. Die Demo findet somit nicht statt.

08.02.09

Neonazi organisiert Demonstration in Giessen

Für den 28.02.2008 mobilisiert ein Neonazi zu einer Demonstration unter dem Motto: „Gegen linke Gewalt und gegen das Verbot der Onkelzparty im Irish Rover“. In Diskussionen im Internet wird Gewalt gegen „Linke“ sowie „die Antifa“ propagiert und der Schulterschluss mit
unpolitischen OnkelzpartybesucherInnen gesucht. Die Problematik der Onkelzparties spitzt sich damit zu.

Für den 28.02.2008 hat Kai Jäckel, ein der AntifaR4 bekannter Neonazi eine Demonstration in Giessen angemeldet. Die Demonstration richtet sich gegen ein vermeintliches Verbot der Onkelzparties im Irish Rover sowie gegen angebliche linke Gewalt. Der rege Besuch von Neonazis auf den Onkelzparties im Irish Rover wurde bereits mehrfach von der AntifaR4 thematisiert und problematisiert. Mit der Demonstration wird nun endgültig die Bedeutung der Parties für die hiesige Neonaziszene belegt.
Kai Jäckel, der bereits durch seine Teilnahme an der Neonazidemonstration in Wetzlar am 11.10.08, sowie durch seine Kontakte zu anderen Neonazis auf sich aufmerksam gemacht hat,
mobilisiert nun über das Internet nach Giessen. Unterstützung erhält er dabei unter anderem von Bianca Ried, die ebenfalls an der Demonstration in Wetzlar teilnahm
Kai Jäckel prahlt in der Szene stets damit, der Struktur des hessischen combat 18 anzugehören und versucht so den Szenenachwuchs mit seiner Freundschaft zu den "alten combat 18-Leuten"
Thorsten M. (aus Hungen), Peter W. (aus Lich) und Olaf Gessner (einem Angeklagten des
bevorstehenden Prozesses gegen Blood & Honour Südhessen) zu beeindrucken.
In einem persönlichen Gespräch behauptete er, von den „Jungen Nationaldemokraten (JN)“ und
„freien Kräften aus Hessen“ bei der Demonstration unterstützt zu werden. Seine Demonstrationsteilnahme in Wetzlar und seine Neonazikontakte machen diese Aussage
glaubhaft.

In einer Internetdiskussion bezüglich der Demonstration wird zudem zu Gewalt gegen „Linke“
aufgerufen. So schreibt ein User der sich „Michael Schatzschneider“ nennt: „Er würde das Linke
Gezeck im Infoladen ausräuchern“ . Zudem kündigt selbiger User auf seiner Privatseite im
Internet in Bezug auf „die Antifa“ an: „irgendwann knallts mal richtig“. Unterstrichen werden diese Ankündigungen durch Kai Jäckels Vorhaben, ein T-Shirt mit dem Logo „Good Night Left Side“ drucken zu lassen, welches von den DemonstrationsteilnehmerInnen getragen werden soll. Dieses Logo zeigt, wie ein vermeintlich „Linker“ am Boden liegend getreten wird, umrahmt von dem Schriftzug „Good Night Left Side“. Das Logo wird so ausschließlich in der Neonaziszene verwendet.

Diese Demonstration ist darauf angelegt, die Interessen von Neonazis mit denen von nicht politisch organisierten Onkelzfans zu verbinden. Zwar ist sie nicht als Neonazidemonstration deklariert, in ihrer Ausrichtung jedoch eindeutig: Der als Neonazi bekannte Anmelder sowie sein Vorhaben, neonazistische Symbolik und rechte Slogans zu verwenden, zeigen eindeutig wo diese
Demonstration politisch einzuordnen ist. Viele OnkelzpartybesucherInnen scheinen nicht zu verstehen, welche Ausrichtung die Veranstaltung hat. Dabei ist es eindeutig ein Versuch von Neonazis, bisher unorganisierte, meist Jugendliche Onkelzfans für sich zu gewinnen. Sogar der Veranstalter der Onkelzparties, der sich bisher als „unpolitisch“ ausgab, veröffentlichte auf der Partyhomepage (onkelzpartys-irishrover.de) „Antifa ihr könnt mich mal“ und möchte an der Demonstration teilnehmen.

Dazu der Pressesprecher der AntifaR4, Manfred Pfister: „Es ist unglaublich, dass hier diejenigen
attackiert werden, die das Neonaziproblem im Irish Rover thematisiert haben. Statt sich mit diesem auseinanderzusetzen, wird ein Feindbild in Form „der Antifa“ konstruiert und gegen angebliche linke Gewalt demonstriert. Und das vor dem Hintergrund des brutalen Neonaziübergriffes in der Giessener Innenstadt im September des letzten Jahres.“
Die Demonstration bestärkt ein weiteres mal die Forderung der AntifaR4, die Onkelzparties in
Giessen endgültig zu beenden.

18.01.09


13.01.09

Aktuelle Termine

14.01.09 - 18:00Uhr Paulsplatz-Frankfurt am Main
Demonstration "Alles muss man selber machen - sozialen Fortschritt erkämpfen" !
Zugabfahrt von Giessen, Gleis 4 um 17:22Uhr.

24.01.09 - 13Uhr Demonstration in Erfurt, "Hände Weg vom besetzen Haus"
Ab dem 21.01.09 kann das besetzte Haus polizeilich geräumt werden.
Fahrt nach Erfurt wenn ihr Zeit habt, jede und jeder wird gebraucht.
Näheres hier und hier.

31.01.09 - 13Uhr Bahnhof in Heppenheim ,Demonstratin: "Das Ende der rechten Gewalt - Nazistrukturen offenlegen"
Näheres hier.


05.02.09 - 20:00h Offenes Antifaplenum (im Infoladen/AK44 Giessen)
Das offene Antifaplenum soll einen Anlaufpunkt für Menschen darstellen, welche Lust und Interesse haben sich an Antifaschistischer Arbeit zu beteiligen, oder sich darüber informieren möchten. Gemeinsam können hier diverse Thematiken durchgesprochen und diskutiert werden, Ideen gesammelt und Protestaktionen vorbereitet werden.
Kommt vorbei und beteiligt euch!!Werdet aktiv, es gibt noch einiges zu tun.....

23.12.08

Lesenswert....

"Die Antifa Bi und der Verfassungsschutz"

Neuer Treffpunkt für Neonazis in Giessen

Schon seit Februar scheinen sich die „Onkelz Partys“ im Irish Rover in Giessen zu einem Treffpunkt für Neonazis zu entwickeln.
Es ist von mindestens 15 – 20 dem rechtsextremen Lager zurechenbaren Besucher_innen auszugehen. Darunter ist unter anderem der bekannte Neonazi „Glenn Engelbrecht“ aus Kirtorf.

Bestandsaufnahme:
Nachdem sich schon im Hardrock in Langgöns unter anderem die Onkelzparties zu einem Anziehungspunkt für Rechtsextremisten aus der ganzen Region entwickelt hatten, scheint nun nach der Schließung des Hardrock, aufgrund der Rechten Umtriebe, ähnliches in Giessen zu passieren. Genauer gesagt, bei den Onkelz Partys im Irish Rover.

Mittlerweile haben seit Dezember 2007 fünf Onkelzparties stattgefunden, die erste am 22.12.07, die folgenden Parties am 23.02.08, 31.05.08, 06.09.08 sowie die bisher letzte am 27.11.08. Insgesamt dürften bei den verschiedenen Parties jeweils zwischen 200 und 350 Besucher_innen vor Ort gewesen sein.
Anhand der eigens ins Netz gestellten Bilder, sowie aufgrund von eigenen Beobachtungen, ist spätestens seit der Party im Februar von mindestens 15 – 20 dem rechtsextremen Lager zurechenbaren Besucher_innen auszugehen. Erkennbar sind diese unter anderem an ihrer eindeutigen Kleidung. So werden Beispielsweise T-Shirts der Hooligan-Band „Kategorie C“ getragen, deren Sänger 1991 an einem Brandanschlag auf ein Heim für Asylbewerber_innen beteiligt war. Die Band erfreut sich in der Neonaziszene großer Beliebtheit. Zu sehen warenneben einem
„Kameradschafts-T-Shirt“ und eindeutigen Tätowierungen (Wehrmachtshelm) auch zahlreiche Symbole nordisch-heidnischer Religion, unter anderem mehrere „Thorshämmer“, „Schwarze Sonnen“ sowie T – Shirts mit dem Aufdruck „Odins Macht ist unsere Stärke“. Auch der bekannte Neonazi „Glenn Engelbrecht“ aus Kirtorf war zumindest auf zwei Onkelzparties anwesend. Engelbrecht ist Hauptakteur der rechtsextremen Kameradschaft Berserker Kirtorf, welche einen wichtigen Teil der hessischen Neonazi-Skinheadszene darstellt. Er ist außerdem Bandmanager der Rechtsrock-Gruppe „Gegenschlag“ und wurde wegen Volksverhetzung vor dem Landgericht Gießen angeklagt und in erster Instanz auch verurteilt.

Rund um das Irish Rover konnten bei der Onkelz Party am 31.5.08 Autos mit einschlägigen Schriftzügen wie beispielsweise „Blood and Honour“ gesehen werden,außerdem wurden im Irish Rover durch mehrere Besucher Hitlergrüße gezeigt. Am 27.11.08 wurden vor dem Irish Rover lauthalts Nazilieder gegrölt. Aus einer Gruppe heraus wurde die Äußerung: "Ich hätte Bock, Kanaken zu klatschen" getätigt.

Aufgrund der Vorkommnisse bei den ersten vier Onkelzparties, wurde die Geschäftsführerin des
Irish Rovers auf die Präsenz von Neonazis hingewiesen. Doch auch nachdem angeblich Anweisungen an die Veranstalter der Onkelzparties, erkennbaren Nazis den Zutritt zu verweigern, waren bei den letzen Parties am 06.09.08 und am 27.11.08 Nazis anwesend. Darunter ein Nazi mit einem Shirt der einschlägigen Rechtsrock Band “Screwdriver”, sowie ein Demonstrationsteilnehmer an der Neonazi Demonstration am 11.10 in Wetzlar. Diese Erkenntnisse ist vor allem den eigenen Beobachtungen vor Ort zu verdanken. Während bei den vorigen Onkelzparties unbedacht Bilder von Personen mit einschlägigen T-Shirts oder Tätowierungen online gestellt wurden, fand dieses mal eine Auswahl statt, so dass Bilder mit bedenklichem Inhalt erst gar nicht veröffentlicht wurden. Außerdem wurde die Bildqualität vermutlich künstlich reduziert, um die Identifikation einzelner Personen zu erschweren.

Aufgrund der Recherche der AntifaR4 erschienen mehrere Zeitungsartikel zum Thema im Giessener Anzeiger und in der Giessener Allgemeinen. Außerdem ermittelt die Polizei gegen drei Personen wegen zeigen des Hitlergrußes. Das die Polizei erst nach einer Pressemitteilung und Informationen der Antifa Ermittlungen einleitet, zeigt die Unkenntniss selbiger über die rechte Szene in Mittelhessen. In den lokalen Medien äußerten sich Politik und Ordnungsamt dahingehend, das sie keinerlei Handlungsmöglichkeiten sähen. Die Betreiberin des Irish Rovers gab trotz des öffentlichen Drucks keine Stellungnahme ab.

Im Hinblick darauf, dass die Veranstalter die Party nun monatlich stattfinden lassen, muss gehandelt werden. Das die Onkelzparties ohne Nazis nicht zu haben sind, haben die Ereignisse der letzten Monate in Gießen und davor schon in Langgöns bewiesen.
Welche Folgen ein etablierter Treffpunkt für Rechtsextreme haben kann, lässt sich anhand der
Ereignisse rund um das Hardrock in Langgöns erahnen. Gerade im Hinblick auf den brutalen Übergriff durch Neonazis auf eine Frau in der Gießener Ludwigsstraße am 17.09 wird deutlich, wie gefährlich die Präsenz von Nazis für alle, von diesen als Gegner ausgemachten Menschen ist und welches Bedrohungspotential gerade die Onkelzparties mit der Zusammenrottung großer Gruppen von gewaltätigen Neonazis birgt.
Dem gilt es entgegen zu wirken. Anstatt also weiterhin zu dulden, dass Neonazis im Irish Rover einen Raum für gemeinsame Parties haben, muss ihnen dieser Raum entzogen werden. Wir forden eine sofortige Einstellung der Onkelzparties. Diese Parties waren und sind ein Anziehungs-und Treffpunkt für Neonazis und damit potentiell eine Gefährdung für Andersdenkende.